Autor: Andreas Bleeck
 
Horoskopvorschau November 2010
 

Liebe Leser

Jupiter strahlt weiterhin hoch am Abendhimmel und versteckt dahinter, für unsere Augen nicht sichtbar, Uranus im Sternzeichen der Fische. Diese Konstellation wird vom „politischen Herbst“ begleitet, der langwierige Auseinandersetzungen der verschiedenen Lager mit sich bringt. In Frankreich wie Deutschland gehen die Menschen auf die Straße, um ihre Mitbestimmung an politischen Entscheidungen zu erkämpfen. Seltsamerweise geht es um scheinbar nebensächliche Themen, die Erhöhung des Renteneintrittsalters, Atomkraftwerke und einen Bahnhof. Die eigentlichen Weichenstellungen der Politik wie die Schaffung eines neuen Wirtschaftssystems, die Einsetzung einer Berufsarmee, (die auch gegen die Bürger verwendet werden kann), sowie die diversen Missbrauchsfälle im Datenschutz bleiben weitestgehend undiskutiert. Stattdessen muss wieder die übliche Stigmatisierung von Andersdenkenden, Ausländer und Randgruppen herhalten, um von der eigenen Misere der fehlenden demokratischen Einstellung abzulenken.
Jupiter im Zeichen der Fische hat mit pseudoreligiösen und obskuren weltanschaulichen Ansichten zu tun. In Konjunktion mit Uranus in den Fischen führt dies wie schon 1928 zu übersteigerten und weltfremden Idealen und Ideologien. Die äußere Krise in der Wirtschaft spiegelt wie damals das Unvermögen der Menschen wieder, sachlich zu haushalten und sich gemeinsame, funktionierende Regeln auszudenken. Stattdessen wird jede Gelegenheit genutzt, den vermeintlichen Gegner auszutricksen und sich auf seine Kosten zu profilieren. Möglich wurde diese Nachlässigkeit im aufmerksamen und achtsamen Umgang miteinander durch die fehlenden Ausrichtungsmöglichkeiten während des letzten Jahrzehnts. Waren die 90er noch geprägt von dem Elan des Mauerfalls, der neuen Börse, den neuen Informationstechnologien, sowie den demokratischen Reformen in großen westlichen Staaten, so haben die 00er eine schnelle Ernüchterung in Bezug auf die Ziele in Umweltschutz, Menschenrechten und Entschuldung der weniger bevorzugten Regionen der Welt gebracht. Manch einer mag sich fragen, wofür er sich noch anstrengen soll.
Dabei sind viele Ziele, die Anfang des Jahrtausends gesteckt worden sind, auf dem Weg, erreicht zu werden. Die Kriege in den Krisenregionen der Erde haben sich entschärft, die Märkte sind nicht total eingebrochen. In Deutschland ist die Integration von Migranten weit fortgeschritten, Millionen von Deutschkursen wurden besucht, vermittelnde Gespräche zwischen den Religionen geführt, Kindertagesstätten eingerichtet, die es vor allem weniger begüterten Müttern erlauben, sich selbst zu ernähren. Doch im öffentlichen Denken scheint dies nicht angekommen zu sein. Panikmache und schlechte Stimmung sind vor allem das Resultat der Schwarzseherei von überarbeiten Journalisten und Sensationspresse, die zunehmend von der Bloßstellung gescheiterter Existenzen lebt. Es ist dieses bürgerliche Milieu, das ansonsten die stabile politische Mitte stellt, dass nun zur einen Hälfte in der vermeintlichen Krise reflexartig die üblichen Klischees und Vorurteile aus der Mottenkiste packt und zu Büchern von Sarazin, Koch und Merz greift, um sich im Glauben auf den ewigen Fortlauf des Wirtschaftswunders einschließlich freier Bedienung auf dem Sklavenmarkt der 3. Welt zu versichern, während die andere Hälfte sich protestierend auf die Straße stellt und die negative Stimmung nutzt, um für ihre politische Ideologie Mitstreiter zu finden. Es ist dies die Zeit, in der Demokratie auf die Probe gestellt wird.
Nächstes Jahr wird Neptun erstmals in das Zeichen Fische eintreten und die Sehnsucht nach einer „höheren, besseren Welt“ erwecken, nach gemeinsamen Werten und einer idealen Gesellschaft, in der alle Lebewesen in friedlicher Koexistenz miteinander auskommen sollen. Wofür heute gekämpft wird, wird morgen dann schnell vergessen sein, die meisten der momentanen Auseinandersetzungen sind Überbleibsel eines Schablonendenkens, dass die eigentlichen Alternativen nicht denken kann, und das im Miteinander noch ungeübt ist.  
 

1. Woche

Die rückläufige Venus in Skorpion steht in einem Sextil zu Pluto am Mondknoten im Steinbock. Mächtige Kräfte ziehen ihre Fäden zwischen der geistigen und materiellen Welt, mystische Erscheinungen nach sich ziehend, die wir im Moment nicht voll verstehen mögen. Dunkle Gedanken wechseln mit Begegnungen reinsten Herzens, der Monat des Skorpions ist besonders geprägt von dem Dualismus der momentanen Konstellationen. Die Venus steht im Skorpion im Exil, sie leidet unter den extremen Verschiebungen der Matrix, wie sie das Zeichen Skorpion hervorruft, ihre Sehnsucht nach Stabilität und Selbstgenügsamkeit wird durch die Exzessivität der Gefühle ins Wanken gebracht. Andererseits kommt sie dadurch in Bereiche von Gefühlen, zu denen sie vorher nicht in der Lage gewesen ist. Mut wird jetzt belohnt und gerade da, wo wir ängstlich und zurückhaltend sind, liegen unsere Entwicklungspotentiale.
Die Sonne im Skorpion läuft in der ersten Woche aus den Haupt-Aspekten heraus und bildet nur ein Trigon zu Lilith in den Fischen. Wir erleben vieles isoliert wie aus einer Gummihülle heraus. Es ist möglich, sich von einengenden Beziehungen zu befreien und Partnern klar zu sagen, was wir wünschen. Da, wo Abhängigkeitsmuster vorliegen, kann es diese Woche zu Konflikten kommen, die aber auch als reinigend empfunden werden können und eine vertiefte Begegnung auf einer anderen Ebene möglich machen. Wahrhaftigkeit ist immer ein Thema im Monat des Skorpions. Das Ausleben der Gefühle kann für andere Menschen belastend sein, wenn sie damit zu plötzlich konfrontiert werden.
 
 

2. Woche

Merkur wechselt in den Schützen, wo auch er im Exil steht. Wir heben nun leicht ab im Überschwang der Gefühle und neigen zur Idealisierung. Das Quadrat zu Chiron/Neptun im Wassermann stößt uns unsanft auf Dinge, die wir in zu positivem Licht zu sehen. Eine heilsame Erfahrung, denn die eigentlichen Aufgaben warten auf uns noch bis Ende des Monats.
Mars läuft nun unaspektiert durch den Schützen und koppelt unsere Aktivität vom Wesentlichen ab, so dass wir Zeit für uns gewinnen. Es ist in dieser Zeit nicht ganz leicht, die „richtige Mischung“ aus Aktion und Regeneration zu finden, da bedeutende Geschehnisse sich gleichzeitig entwickeln und wir manchmal innerhalb von Sekunden neue Entscheidungen treffen müssen. Je freier wir hierin sind, desto besser wird es gelingen, die für uns und unsere Umgebung beste Wahl zu treffen.
Die Venus geht zurück in das Zeichen Waage und bildet, wie vor zwei Monaten (in der 2. Septemberwoche) ein Trigon zu Chiron/Neptun und ein Quincunx zu Uranus/Jupiter. Damit sind wir einerseits getragen von einer Welle des Mitgefühls, andererseits aber auch verletzbar und sensibel. Die Energien des „politischen Herbst“ können jetzt leicht eskalieren, da sich die verschiedenen Parteien nicht verstanden fühlen und hin und hergerissen sin zwischen dem Gefühl der eigenen Ohnmacht und der Angst, nicht ernst genommen zu werden. Die Versuchung, selbst die Macht zu missbrauchen ist groß.

 
 

3. Woche

Merkur und Mars stehen am 20.11. in Konjunktion im Schützen in einem Quadrat zu Lilith in den Fischen. Am 21.11. kommt es zum Vollmond im Zeichen Stier, dem Höhepunkt des indischen Lichterfestes und dem eigentlichen Datum von Halloween, die Sonne wechselt in den Schützen und steht vorher in einem Quadrat zu Chiron/Neptun. Diese Konstellation kann für Verwirrung sorgen und heftiger Entladung. Das Denken ist bis auf äußerste gespannt und Entspannung tut in jedem Sinne gut.
Es kann heilsam sein, die Energie der Nacht zu tanken und sich vom Alltag zurückzuhalten, wenn die Dinge nicht im Fluss sind. Frische Luft, das Nutzen der wenigen Sonnenstrahlen, heiße Bäder, Körperkontakt usw. sind Mittel, sich zu erden und mit der Natur zu versöhnen und wertvolle Erkenntnisse für sich selbst in Ruhe umzusetzen. Auch dieser Winter wird wieder sehr lange werden und es tut gut für sich Möglichkeiten zu suchen, nicht zu viel Zeit in der Stube vor dem Computer zu verbringen.


 
 

4. Woche

Am 29.11. kommt die Venus wieder in den Skorpion und am 30.11. der Merkur in das Zeichen Steinbock. Sie bilden ein inspirierendes Sextil, das verbunden mit den vielen Aspekten zu den äußeren Planeten zu einer kreativen und spielerischen Athmossphäre beiträgt. Ein Ausgleich für die anstrengenden Energien der Vorwoche. Allerdings läuft nun Mars langsam in das Quadrat zu Jupiter/Uranus hinein und fordert uns in den nächsten Tagen in Bezug auf Verteidigung unsere Einstellungen. Der Mondknoten passiert endlich den Planeten Pluto im Steinbock und läutet damit die letzte Phase in Bezug auf die Thematik des abgelaufenen Jahres ein, die mit der kardinalen Klimax am 26.6. ihren Höhepunkt fand.
In dieser Woche erleben wir verdichtet noch einmal alle Aspekte dieses komplexen Jahres und manch einer mag sich wundern, dass überhaupt noch so etwas wie ein roter Faden, eine Leitlinie existiert und die Welt sich nicht im totalen Chaos ausgelöst hat. Doch das ist die Kraft von Pluto in Steinbock. Sie hält zusammen, auch wenn sich unsere Glaubensmuster in permanenter Veränderung befinden. Sie grenzt uns zwar ein, sie zwingt uns zur Rationalität und zur Vernunft, doch macht sie auch möglich, spirituelle Lebensweisen neben der Totalität des momentanen Materialismus zu pflegen und Dingen weiterhin Unterstützung zu gewähren, die vor wenigen Jahren noch als absurd und seltsam abgetan worden wären.
Saturn hat sich bis auf 14 Grad in der Waage vorgearbeitet und läuft in ein Quincunx zu Lilith in den Fischen, dass für einige Monate Bestand haben wird. Hier liegt eine Entwicklungsaufgabe. Lilith in den Fischen hilft uns bei der Befreiung von falschen Glaubensmustern, von Pseudogemeinschaft, auch wenn dies nicht leicht fällt. Mit dem Quincunx zu Saturn in der Waage, in der Saturn in Erhöhung steht, öffnen sich Strukturen für ehrliche Begegnung und seriösen Kontakt. Neue Beziehungen können jetzt anfangen und alte auf einer neuen, ernsthaften Ebene verbessert werden.

Mit herzlichen Grüßen
Andreas Bleeck

Die Aspekte werden nicht immer an dem Tag ausgelöst, an dem sie genau sind, weil die Planeten in größere Muster eingebunden sind. So können Themen der einen Woche auch in der anderen Woche auftreten. Falls sie an einer Deutung ihres Geburtshoroskops oder Fragen zu Gegenwartsthemen Interesse haben, kontaktieren sie mich gerne.

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