Sie haben einen Beitrag zu    Literatur  ausgewählt:
 
Autor: Eine Rezension von Raimund Maessen
erschienen: 13.07.2004
Herausgeber: Elraanis Verlag
 

Enetechiel – Licht im Jetzt

Durchgaben eines Engels

„Ich möchte euch heute – zur Entspannung – ein wenig aus meiner Welt erzählen.“
So heißt es mitten in den gechannelten Durchgaben eines Engels namens Enetechiel. Ein wenig Entspannung zwischendurch ist durchaus angebracht, denn der Engel konfrontiert die Leser rigoros und unmissverständlich mit dem „Wahnsinn, der euch täglich umgibt” – hat er doch die Aufgabe, auf der Erde „an den verkrusteten Strukturen zu wackeln, dass zum Teil die Fetzen fliegen”.
So nennt er unser Leben „eine mehr oder weniger dichte Abfolge von Lügen, Existenzkampf und gegenseitigem Austricksen”. Und fügt augenzwinkernd an: „bei zuweilen so viel Engstirnigkeit juckt es uns Engel, an diesen Scheuklappen, die ihr über Generationen hinweg weitergereicht habt, ein bisschen zu rütteln”.
Bevor jedoch der Engel aufrüttelnd das Wort ergreift, schildert in einem ausführlichen ersten, autobiografischen Kapitel Enetechiels Channelmedium Bruno Bitterli, wie es bis zum Kontakt mit dem Engel kam, der mittels seines Channels „die Texte für etwa drei Bücher veröffentlichen” möchte – mit Licht im Jetzt liegt Enetechiels erster Band vor.


„Lebt in euren Herzen.”

Über sich selbst sagt Enetechiel, er sei „vom Christuslicht inspiriert” und sehe seine „Hauptaufgabe darin, mit Wesen, die sich für eine Inkarnation auf dem Planeten Erde entschieden haben, Vorbereitungen und Abklärungen” sowie die Nachbereitung durchzuführen. Außerdem sei er damit beschäftigt, zu lehren: „Weil ich ein sehr alter und weiser Engel bin und schon zur Entstehungszeit der Erde anwesend war, ist es mir möglich, in größeren Zusammenhängen zu unterrichten.”
Das kommt auch seinem Buch zugute, wo der Engel in seiner Analyse unserer Zeit kein Blatt vor dem Mund nimmt. Dabei zeigt er immer auch Auswege aus unserem „täglichen, abgrundtiefen Selbstbetrug” auf, damit wir durch „das enge irdische Gewurstel” unseren Weg zu uns selbst finden.
Liebe und Angst – das sind die großen Themen des Engels. Liebe ist unser eigentliches Sein, doch darüber liegt ein Schleier von Angst, deren verschiedene Formen Enetechiel sehr fachkundig analysiert. Besonderes Augenmerk legt er dabei auf den Wahnsinn unserer Zeit, den „Wahn der Sinne”, der verhindert, überhaupt in Kontakt mit uns selbst zu kommen, geschweige denn zu einer „Kommunion” mit Gott in uns.
„Die Angst ist das Geschwür eurer Kultur.”
Liebe dagegen „steht für das höchste Prinzip des Lebens überhaupt” und „vermag nur auf dem Nährboden der Freiheit gedeihen. Alles andere ist krampfhaftes Erzeugen, ein Produkt des Ego, das Liebe HABEN will, das LIEBE besitzen will.” Nur Werke, die der Liebe entspringen, haben „Realitätsbezug”.
Aus Sicht der Engel kämpfen wir gegen die Strömung eines kollektiven Irrglaubens an: „Ihr befindet euch auf dieser Ebene, dieser irdischen Ebene, um euch selber von außen gespiegelt zu bekommen [und] habt euch entschieden, den Lichtschalter in eurem Innern auszuschalten, auf dass ihr die Erfahrung der Dunkelheit machen dürft.” Doch gibt es auch eine frohe Botschaft: Diese Zeit – der „planetare Aufschwung” – halte „unzählige Tiefpreisangebote für eure Lernmöglichkeiten” bereit und gleiche “einem einmaligen Bonussammeln”. Wir sollen uns einfach „bewusst und entschieden auf die Socken” machen – wie, dafür unterbreitet Enetechiel praktische Vorschläge, auch wie wir mit Engeln „bewusster, gezielter und einfacher zusammenarbeiten” können.


„Wessen bin ich mir jetzt bewusst?”

Diese Frage ist für den Engel ein „heiliges Mantra”, und er regt an, „das Bewusstsein des Zeugen” einzunehmen. Wir sollen uns der „Filme”, in denen wir uns gefangen halten, bewusst werden – anfangs seien sie ja noch ganz interessant, doch, witzelt der Engel, „spätestens beim sechsten Mal solltet ihr den Ausgang aus dem Kino wählen”.
Missgeschicke nennt Enetechiel „Bumerangeffekte”: „Wunderbare Zeichen, um darob zu erwachen!” Auch Krankheit sieht er als „elementares Übungs- und vor allem Bewusstwerdungsfeld”, Beziehungen seien „zwingend ein hochpräzises Abbild der Beziehung zu euch selber”: „Wie ihr die Mitmenschen behandelt, so behandelt ihr Gott in euch.”
Enetechiel legt in Licht im Jetzt sein Schwergewicht nicht (wie viele andere hoch schwingenden Channelings unserer Tage) auf die Selbstermächtigung des Menschen durch Kreationstechniken, sondern lehrt uns die Kunst, unser eigenes, persönliches Lebensbuch zu lesen. Er kennt unsere Schwierigkeiten und inneren Widerstände, nicht zuletzt auch den inneren Schweinehund, „Hindernis Nummer eins: die Trägheit und Bequemlichkeit”.
Immer wieder ermuntert er uns: „Schaut, was euch das Leben täglich an den Strand spült.” Nur der Fokus auf das momentane Erleben führe zu unserer Essenz, und der „wahre Kern ist Freude, ist Harmonie, ist Frieden, ist Liebe.”
„,Man sollte’ ist nichts als ein billiges Polster in der Welt der Illusion.”
In seinen Durchgaben gebraucht der Engel manchmal harte Worte. Sie seien kein „Material, das ihr euch ¸Fastfood-mässig’ einverleiben könnt”, sondern „Texte vom GEIST für den GEIST”.
Er ist ein liebevoller Lehrer, dem daran gelegen ist, dass wir ankommen bei dem, was wir wirklich sind: Dann „öffnen sich euch Tore und Türen zu Welten in euch, die sich bis anhin verschlossen hielten, weil sie euch nicht zutrauten, dass ihr gebührend mit ihnen umgehen würdet.”
Oft schimmert sein Humor durch, und an einigen Stellen erzählt er ein wenig aus dem Nähkästchen: „Gut, mein Medium hat heute Hochbetrieb, und so freut es mich, dass es möglich ist, da weiterzufahren.”
Kann ein Engel ein Lehrer sein? Enetechiel rät uns, Hilfe zu rufen – dort, wo wir selbst nicht weiterwissen. Denn das heiße, uns selbst gegenüber Verantwortung zu übernehmen. Und: „Diese Hilfe kann unzählige Gewänder annehmen.” Warum also soll uns nicht ein himmlisches Wesen daran erinnern, wer wir wirklich sind?
„Die Welt will euch immer wieder weismachen, dass ihr wertlos seid. [...] Tut euch den riesengroßen Gefallen und glaubt der Welt doch einfach nicht mehr.”
„Die Liebe findest du auf immer und ewig nur an einem Ort: IN DIR!”


Enetechiel - auch in unserem online shop

Enetechiel – Licht im Jetzt von Bruno Bitterli; ISBN 3-9522382-1-X; Avare-Verlag, 2003; 183 S.; 22,00 Euro



 
Quellen und Verweise:
Elraanis Shop
 
Seitenanfang Übersicht     E-Mail versenden Druckansicht
 
 
Copyright © 2002 Elraanis Verlag, Alle Rechte vorbehalten