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Lichtarbeit
ausgewählt:
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| Autor: Jenny Williamson |
| erschienen: 26.05.2005 |
| Herausgeber: ev |
| Kontakt zum Autor: totsukawa@gaia.eonet.ne.jp |
| | Nebelschleier über Japan |
 Erinnerung an eine Inkarnation in JapanSchon als Kind hatte ich das Gefühl, in eine mir fremden Welt hineingeboren worden zu sein. Es fiel mir schwer, mich in ihr zurechtzufinden. Alles erschien mir so anders, als es meinem inneren Gefühl entsprach. Doch nicht nur ich selbst, auch die anderen Menschen in meiner Umgebung merkten, dass ich irgendwie anders war. Zwar fand niemand die Worte um zu beschreiben, worin ich denn nun „anders“ war, doch merkten sie es alle. Auch fiel es mir schwer, Kameraden zum gemeinsamen Spiel zu finden. Nicht das es an Interesse von meiner Seite gemangelt hätte, aber irgendwie wurde ich von den anderen gemieden, es war als lebten wir in verschiedenen Welten. So entwickelte ich mich schon frueh zum Aussenseiter, was sich auch in den folgenden Jahren nicht aendern sollte. Je mehr ich versuchte, wie die anderen zu sein, desto mehr scheiterte ich. Ich litt sehr darunter, fragte mich, warum ich nicht wie die anderen sein konnte. Dazu kam noch, dass ich mich wie ein Junge fuehlte und mich auch so verhielt, was es mir natuerlich noch zusaetzlich erschwerte, Anschluss zu finden. Je älter ich wurde, desto mehr begann ich zu hinterfragen, woher all diese Gefühle stammten. Dies führte mich ihrem Ursprung langsam naeher. Ich erinnere mich noch gut, als ich mit 6 Jahren zum ersten Mal das Bild eines Tempels in einer Zeitschrift erblickte. Es kam mir so vertraut vor, und obschon mir mehrmals gesagt wurde, dass dieses Bild aus einem Land fern dem unseren stammen wuerde, begann in mir die Sehnsucht nach dieser fernen und doch so vertrauten Welt zu wachsen. Ich schaute mir Reiseführer über Japan an und entdeckte, dass viele dieser Bilder mit denen in meiner Erinnerung übereinstimmten oder ihnen zumindest sehr nahe kamen. So kaufte ich mir ein japanisches Sprachbuch und merkte, dass es mir relativ leicht viel, mich seiner Worte zu erinnern. Ich erlebte es mehr als ein Erinnern denn ein Lernen. Ich begann, die Orte in der Schweiz aufzusuchen, von denen ich wusste, dass sie bei Japanern als Reiseziel beliebt waren. So kam ich mehr und mehr in Kontakt mit diesem Volk und fühlte mich in seiner Energie auf eine seltsame Art-und Weise geborgen.
Ein Bekannter meines Vaters besuchte uns einmal bei uns zu Hause. Ich war geade 6 Jahre alt. Werner, so sein Name, besass schon zu jener Zeit ein grosses Wissen über die Metaphysik und Beziehungen zwischen materieller und geistiger Welt und ist auch selber Lichtarbeiter, was ich aber erst später erfuhr. Ich fühlte eine enge Beziehung zu ihm , es war mir, als haette ich einen alten Freund wiedergefunden. Werner nahm mich mit in die Natur, erklärte mir vieles ueber die Zusammenhänge zwischen Himmel, Erde und Kosmos und ueber Lichtarbeit und Aiki. Er selber lehrt Aikido bzw. Aiki (Daijo-Do), wie es im Sinne von Morihei Ueshiba, dem Gruender des Aikido, steht. Er legt besonderen Wert darauf, dass Aikido nicht als Selbstverteidigung, sondern vielmehr als ein Weg zur spirituellen Entwicklung und zum tieferen Verstaendnis um die Zusammenhänge der Polaritäten und deren Vereinigung, der Harmonie des Ganzen und sich selbst, erkannt wird. Im Sinne des Morihei Ueshiba, einem Mann voller Energie, voll Achtung vor dem Menschen und voll Liebe zur Menschheit. Morihei Ueshiba erfand Aikido und stellte es in den Dienst des Menschen und des Friedens.
Werner war und ist mir auch heute noch ein grosser Lehrer in vielen Bereichen. Durch ihn kam ich auch zum ersten Mal mit dem Thema „Lichtarbeit“ in Kontakt.
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 Channeling von MonaIch begann, nach einer tieferen Wahrheit zu suchen, einer Wahrheit, die für mich stimmte. So kam es, dass ich an einem Channeling von Mona teilnahm. Durch sie lernte ich meinen Geistführer „Chojun“ kennen. Das heisst, seine Energie kannte ich ja schon immer, aber es war der erste bewusste Kontakt zu ihm. Er bestätigte mir mein Gefühl einer Inkarnation in Japan, ermutigte mich, voranzuschreiten und „meine Wahrheit“ zu finden. Obwohl das, was ich durch meinen Geistführer und das Medium Mona erfuhr genau mit meinen Gefühlen übereinstimmte, war ich zunächst sehr kritisch und verunsichert. Immer wieder kamen gewisse Zweifel in mir hoch. Einerseits fühlte ich die Wahrheit in meinem Herzen, doch der Verstand sprach eine andere Sprache.
Ich sollte 20 Jahre alt werden bis der Tag kam, an dem ich endlich Fuss auf „meine alte Heimat“ setzen würde. Ich reservierte kein Hotel, keine Reisegruppe, nein, ich wollte mich einfach führen lassen und auf meine innere Stimme und meine geistige Führung vertrauen. Sie würde schon wissen, wohin sie mich führen sollte. Vor meiner Abreise wurde mir von meinem Geistführer Chojun durch Mona mitgeteilt, dass ich auf dieser Reise ein Foto finden würde. Ich wusste inzwischen, dass Chojun zur gleichen Zeit wie ich in Japan lebte und das wir Bushis (Samurai, welche auf dem Land leben) waren und in einem abgelegenen Dorf gelebt hatten. Ich hatte jedoch zu jener Zeit keine Ahnung, wo in Japan dieses Dorf lag. Auch Details unserer Existenz damals fehlten mir. Über Ereignisse in der Geschichte jedoch hatte ich hingegen genaue Erinnerungen. Z.B. an Schlachten an denen ich beteiligt war. Überhaupt waren mir in meiner Erinnerung eher Bilder als theoretisches Wissen geblieben. Ich hätte gewisse Szenen und ihre Stimmungen sehr detailiert beschreiben können. Z.B. erinnere ich mich an das Gefühl unmittelbar vor einer Schlacht, die Ungewissheit, ob man diese überleben würde oder nicht. Daran, dass es um Leben und Tod ging, nicht nur um Sieg oder Niederlage...oder Ehre. Oft werden Die Samurai ja als völlig emotionslos dargestellt und ein ritueller Selbstmord (Seppuku) als Kleinigkeit abgetan, da die Samurai ja angeblich keine Furcht vor dem Tode kannten. Sicherlich mögen einige von ihnen so gewesen sein, ein grosser Teil jedoch war Emotionen wie Furcht oder Ungewissheit jedoch genauso unterworfen, wie normale Menschen auch. Vielleicht hatten sie nur helernt, diese zu kontrollieren. Jedoch zusehen oder miterleben zu müssen, wie Verbündete aus den eigenen Reihen scharenweise in der Schlacht fielen, liess niemanden so einfach kalt.
So stand ich nun am Flughafen, Ankünfte Terminal 1 in Osaka, noch ohne Ahnung des Wohin. Ich stieg einfach in einen Zug, ohne besonderes Interesse wohin dieser mich führen würde. Ich versuchte, meinen Verstand auszuschalten. Der Zug führte mich nach Yokkaichi, einem kleinen Ort im nordosten Kyotos. So wanderte ich, den Rucksack geschultert, einen steinigen Weg entlang―es war Mitte Oktober und der Herbst machte sich langsam bemerkbar. Einige Blätter schimmerten bereits in rot―oranger Farbe und verliehen der Landschaft eine mystisch japanische Atmosphäre. Am Ende des Weges lag ein Schrein. Der Eingang dazu war mit einem roten Tori (heiliges Tor) gekennzeichnet. Jetzt realisierte ich zum ersten Mal seit meiner Ankunft, dass ich ja in Japan war. Da stand ein alter Mönch unter dem Tori zum Schrein. Er trug traditionelle japanische Kleidung, hatte eine grosse Brille augesetzt und kaum mehr Haare auf dem Kopf. Dafür aber hatte er einen weissen Bart der im das Aussehen eines Weisen verlieh. Am eindrücklichsten aber war das Licht und die Wärme, die Energie die er ausstrahlte. Es war als wäre er der Urvater aller Mönche. Ein heller gold―gelber Strahl welcher von seinem Scheitelchakra ausging, verband ihn mit dem Himmel. Ehe ich wusste, wie mir geschah, fühlte ich seine Hand auf meiner Schulter und er führte mich in das innere des Schreins. Es war beinahe so, als ob er mich erwartet hätte. Er gab mir japanische Kleidung zum Anziehen, welche ich auch während meiner weiteren Tage in Japan trug. Hinter dem Schrein befand sich, vor neugierigen Blicken verborgen in einem kleinen Wäldchen, ein Wasserfall, der von den Mönchen für „Misogi“ (Zeremonie der rituellen Reinigung) benutzt wurde. Am nächsten Morgen führte er mich zu diesem Wasserfall. Auch wenn ich zu jener Zeit noch nicht alles verstand, so fühlte ich doch die Energie und den Sinn des Gesagten. So knieten wir beide auf dem Boden, nichts ausser uns und der Natur, welche uns umgab. Die Zeit schien sillzustehen. Als ich dann unter dem Wasserfall stand, war es, als ob sich mir eine andere Welt geöffnet hätte. Später erfuhr ich, dass Morihei Ueshiba an jenem Ort seine Erleuchtung gehabt hätte. Ein kleiner Baum neben dem Wasserfall , den Morihei selber gepflanzt haben soll, war stiller Zeuge jenes Ereignisses.
Ich verbrachte 2 Tage in diesem Schrein, ehe mich ein inneres Gefühl zur Weiterreise drängte. Für die Übernachtung hatte ich nichts bezahlen müssen. Vor der Abreise sagte mir der Mönch, dass ich auf meiner Suche findig werden würde, würde ich nur meiner inneren Stimme folgen.
Mein weiterer Weg führte mich nach Shingu, an der Spitze des Kii Hantou gelegen. Ohne es zu wissen, wandelte ich auf den Pfaden des Morihei. Dieser zog sich einst zurück, um in den Bergen des Kii Hantou zu meditieren.
Ich bestieg einen Bus, welcher mich landeinwärts fuhr. Bald waren nur noch Berge und Wälder zu sehen und die Zivilisation verschwand vor meinen Augen. Ein blau―grüner Fluss kroch durch das Tal landeinwärts. Je länger die Fahrt dauerte, desto bekannter kam mir alles vor. Der Ort hatte in der Tat etwas mzstisches was ihn umgab. Nebelartiger Dunst kroch am Fuss der Berge entlang, als wollte er verbergen, was darunter lag. Es waren Totsukawas Berge, welche unter ihm lagen. Ich verliess den Bus und folgte einem kleinen Pfad, welcher bergwärts führte. Nach mehreren Stunden harten Aufstiegs tauchte ich auf aus dem Nebelmeer, erreichte den Gipfel, auf welchem eine wunderschöne Blume in voller Blüte stand. In der Ferne konnte man das Meer erkennen, welches beinahe schlafend in der aufkommenden Dämmerung lag. Knapp unterhalb des Gipfels befand sich ein kleiner Schrein, welche schon seit über 1000 Jahren dort stand. Eine geheimnisvolle Atmosphäre umgab ihn. Die Balken aus denen er gebaut war, waren stille Zeugen seines Alters. War mir auf meinem ganzen bisherigen Weg bisher niemand begegnet, so erschrak ich nun umsomehr, als plötzlich der Mönch des Schreins vor mir stand. Waren die Japaner im Allgemeinen Fremden gegenüber zurückhaltend, so war ich doch etwas überrascht, als dieser auf mich zukam, mich umarmte und mir sagte, dass er mich erwartet hätte. Es gab so vieles, was ich ihn gerne gefragt hätte, doch reichte meine Sprachfertigkeit dafür nicht aus. Auch er war bereits fortgeschrittenen Alters. Er machte mir einen heissen Tee und gab mir viele Geschenke, ehe ich mich wieder an den Abstieg machte. Das innere des Schreins gab mir das seltsame Gefühl, dass ich hier nicht zum ersten Mal war. Auch den Gipfel des Berges, seine Aussicht, ich kannte sie genau.
War ich einerseits beeindruckt von all diesen Erfahrungen, waren sie mir gleichzeitig etwas unheimlich. Wohin würden sie mich noch führen? Was würde ich finden?
Es war schon dunkel, als ich das Tal erreichte. Im Dorf Totsukawa gab es aber ausser ein paar einzelner Häuser nicht viel, vorallem aber kein Ort, wo ich haette nächtigen können. So lehnte ich mich kurzentschlossen an einen alten Baum am Rande des Dorfes und schlief ein. Am folgenden Tag gab mir eine alte Frau, bei der ich Kaki-Früchte kaufte, einen Prospekt ueber das Dorf Totsukawa und seine Geschichte. Als ich darin las, dass früher in den Bergen von Totsukawa Bushis lebten, die ausser Farmarbeit auch die Kunst des Schwertes beherrschten und jeweils bei wichtigen Ereignissen für das Dorf kämften, war ich plötzlich hellwach. Waren das doch genau jene Umstände, zu welchen die Bilder in meiner Erinnerung passten. Es gab also tatsächlich Samurai, welche in den Bergen als Farmer lebten. Ich erfuhr von jener Frau, dass der schon 100-jaehrige Dorfaelteste ein grosses Wissen über die Geschichte des Dorfes haette, und so entschloss ich mich, ihn zu besuchen. Er besass viele Bilder die wichtige Ereignisse des Dorfes festhielten. Unter anderem auch einige Bilder der Totsukawa-Shinpei, eine Gruppe Bushi aus Totsukawa welche 1868 im Hokuetsu-Krieg für den Kaiser kämpften. Bei einem Bild aber, stockte mir der Atem. Das Bild des Kriegers, welche ich da vor mir sah, war ich selber... . Es war, als hätte ich in einen Spiegel geschaut.
Durch meine Erinnerung und auch durch ein Channeling von Mona wusste ich bereits, dass ich in meiner Inkarnation das 20. Lebensjahr nicht erreichte und eines frühen Todes starb. Als ich dann erfuhr, dass der Bushi auf jenem Bild tatsächlich eines frühen Todes in einer Schlacht starb, gab es für mich keine Zweifel mehr, dass ich gerade mein eigenes Bild gesehen hatte.
Dies war der Anfang meiner Reise zurück in die Vergangenheit. Durch eine Fügung kam es, dass ich nun, 5 Jahre spaeter, für längere Zeit zurueck in „meine alte Heimat“ kehren sollte. Ich begann das Studium an einer Uni und hatte gleichzeitig Gelegenheit, weitere Nachforschungen nach meiner Vergangenheit zu betreiben. Lag mein Dorf auch 4 Autostunden von meinem Wohnort Kyoto entfernt, so nutzte ich doch jede Gelegenheit, zurückzukehren. So kam es, dass ich eines Tages Misako, eine Japanerin kennenlernte. Hatte ich doch gerade einen Tag vorher meinen Geistführer um Hilfe bei den Nachforschungen gebeten, so kam die Antwort „Misako“ doch relativ rasch. Durch ihre Arbeit als Astrologin war ihr das Thema Reinkarnation bekannt. Ausserdem hatte sie auch selber Erinnerungen an eine frühere Existenz. So beschleunigten sich die Nachforschungen auf Grund ihrer japanisch-Kenntnisse. Brauchte sie für 1 Buch 1 Woche, so hätte das bei mir doch viel länger gedauert. Vorallem weil die alten Geschichtsbücher in einer veralteten Schrift geschrieben waren, welche für mich nur mühselig zu entziffern war.
So besuchten wir das Museum in Totsukawa und baten die Leute um Mithilfe bei den Nachforschungen. Und das Resultat liess nicht lange auf sich warten. Nun wussten wir zumindest, unter welchem Namen der Bushi auf dem Foto registriert war. Gleichzeitig besuchten wir viele Bibliotheken und verbrachten ganze Nachmittage damit, Details zu finden welche mit meinen Erinnerungen übereinstimmten. Stück für Stück setzte sich das Puzzle langsam zusammen. Doch die Informationen nach denen wir suchten, liessen sich nicht so leicht finden. So war es jeweils ein grosses Ereignis, wenn wieder ein Stück meiner Erinnerung durch die Geschichtsbücher bestätigt wurde.
So machten wir uns eines Abends wieder auf den Weg ins ferne Totsukawa. Wir wollten durch Wandern das Gebiet erforschen. Als wir beim Aufstieg aus dem Wald in eine Lichtung traten, durchfuhr mich plötzlich ein Gefühl―das Gefühl, dass ich nicht zum ersten Mal hier war. Mein Herz schlug mir bis zum Hals, als wir uns einem Haus näherten, vor dem ein Mann in einem Garten arbeitete und welches mir sehr bekannt vorkam. So zeigten wir ihm das Foto des Kriegers, welches ich immer bei mir trug. Der Mann, er war schon etwas älter, betrachtete das Bild kurz, nickte und führte uns in sein Haus. Darin hing an einer Wand ein Bild...es war das gleiche, welches ich in meiner Tasche hatte. „Er war mein Vorfahre!“ sagte er kurz und musterte uns dabei genau. Traf man doch in diesem Gebiet nicht gerade häufig auf Ausländer.
Die 15 Minuten, welche wir in Herr Yamamoto`s Haus auf dem Tatami (jap. Strohmatten) knieten, kamen mir vor wie ein ganzes Leben. Soviele Bilder und Gefühle, Erinnerungen durchflossen mich, das Gefühl, nach so langer Suche endlich am Ziel zu sein, kann ich nur schwer in Worte fassen. Es war, als ob der Durst in mir, welcher mich schon so lange Zeit quälte, nun endlich gestillt worden wäre.
Im Inneren des Hauses war noch fast alles, wie es vor 180 Jahren gewesen war. In der Mitte des Raumes stand ein alter Herd, oder besser gesagt, eine Feuerstelle, wie sie in der Edo-Zeit üblich gewesen war. Das Holz im Haus war pechschwarz und sein Alter war deutlich erkennbar. Es gab viele alte Kammern und der Staub in ihnen bezeugte, das wohl schon geraume Zeit sich niemand mehr ihrer zunutze gemacht hatte. Doch ich wusste, was in welcher Ecke oder Kammer verborgen lag, noch bevor ich sie öffnete.
Herr Yamamoto, welchem meine Emotionen wohl nicht ganz entgangen waren, bot uns an, in seinem Haus zu nächtigen. Er fühlte sich sichtlich geschmeichelt, dass Fremde ein so grosses Interesse an seinem alten Haus zeigten. Er wohnte in einem anderen Dorf etwa 1 Stunde entfernt von Totsukawa, da dieses Haus nun doch schon etwas älter und für das tägliche Leben etwas abgelegen lag. Er kehrte am Abend dorthin zurück und versprach, dass er am nächsten Tag wiederkommen und das Schwert seiner Ahnen mitbringen würde. (Dazu ist zu sagen, dass in den meisten Familien, waren sie auch einst Samurai, das Familienschwert nicht mehr erhalten ist. Nachdem 1868 die Meiji Periode begann, wurden alle Katana (jap. Schwert) von der Regierung konfisziert. Herr Yamamoto`s Vorfahre aber brachte die Katana an einen Ort, wo sie von den Beamten der Regierung nicht gefunden werden konnte. Nur dadurch kommt es, dass das Familienschwert auch jetzt noch in ihrem Besitz ist.)
Ich konnte es kaum erwarten, bis er am nächsten Tag wiederkam und ich mein einstes Schwert halten sollte. Ich trug alte japanische Kleidung, genau so, wie ich es vor 130 Jahren getan hatte. Herr Yamamoto brachte nicht nur das Schert, sondern auch eine Kamera mit. Die Energie, welche mich durchfuhr, als ich „mein Schwert“ in den Händen hielt, war von unbeschreiblichem Power!! Seine Energie übertrug sich auf mich, und sogar Herr Yamamoto musste feststellen, dass zwischen mir und seinem Vorfahren, dem Bushi auf dem Bild, eine erstaunliche Ähnlichkeit bestand. Er schüttelte nur immer wieder den Kopf aus Erstaunen. Ich hingegen fühlte mich, als ob ich nach langer Zeit endlich aus dem Krieg heimgekehrt wäre.
Später führte mich Herr Yamamoto noch zum Grab seines Vorfahren, welches in einem Wald verborgen lag. Als ich dann davor meditierte spührte ich, als ob sich der Kreis zwischen meinem damaligen Leben und meiner jetzigen Existenz geschlossen hätte... .
Wieviel Herr Yamamoto wirklich fühlte, oder ob auch er mich erkannte, ist bis jetzt noch ungewiss. Auf einer höheren Ebene hat er mich sicher erkannt, sonst hätte er uns nie sein Haus in so kurzer Zeit überlassen.
Doch die Reise ist damit noch nicht zu Ende, nein, es ist erst der Anfang auf dem Weg zur Integration dieser beiden Aspekte-der Vergangenheit und der Gegenwart.
Ich bin meiner geistigen Führung für ihren Beistand auf meinem Weg sehr dankbar und es erfüllt mich mit Freude, auch weiterhin auf ihre Führung vertrauen zu dürfen!
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 Hinter dem SchreinHinter dem Schrein befand sich, vor neugierigen Blicken verborgen in einem kleinen Wäldchen, ein Wasserfall, der von den Mönchen für „Misogi“ (Zeremonie der rituellen Reinigung) benutzt wurde. Am nächsten Morgen führte er mich zu diesem Wasserfall. Auch wenn ich zu jener Zeit noch nicht alles verstand, so fühlte ich doch die Energie und den Sinn des Gesagten. So knieten wir beide auf dem Boden, nichts ausser uns und der Natur, welche uns umgab. Die Zeit schien sillzustehen. Als ich dann unter dem Wasserfall stand, war es, als ob sich mir eine andere Welt geöffnet hätte. Später erfuhr ich, dass Morihei Ueshiba an jenem Ort seine Erleuchtung gehabt hätte. Ein kleiner Baum neben dem Wasserfall , den Morihei selber gepflanzt haben soll, war stiller Zeuge jenes Ereignisses.
Ich verbrachte 2 Tage in diesem Schrein, ehe mich ein inneres Gefühl zur Weiterreise drängte. Für die Übernachtung hatte ich nichts bezahlen müssen. Vor der Abreise sagte mir der Mönch, dass ich auf meiner Suche findig werden würde, würde ich nur meiner inneren Stimme folgen.
Mein weiterer Weg führte mich nach Shingu, an der Spitze des Kii Hantou gelegen. Ohne es zu wissen, wandelte ich auf den Pfaden des Morihei. Dieser zog sich einst zurück, um in den Bergen des Kii Hantou zu meditieren.
Ich bestieg einen Bus, welcher mich landeinwärts fuhr. Bald waren nur noch Berge und Wälder zu sehen und die Zivilisation verschwand vor meinen Augen. Ein blau―grüner Fluss kroch durch das Tal landeinwärts. Je länger die Fahrt dauerte, desto bekannter kam mir alles vor. Der Ort hatte in der Tat etwas mzstisches was ihn umgab. Nebelartiger Dunst kroch am Fuss der Berge entlang, als wollte er verbergen, was darunter lag. Es waren Totsukawas Berge, welche unter ihm lagen. Ich verliess den Bus und folgte einem kleinen Pfad, welcher bergwärts führte. Nach mehreren Stunden harten Aufstiegs tauchte ich auf aus dem Nebelmeer, erreichte den Gipfel, auf welchem eine wunderschöne Blume in voller Blüte stand. In der Ferne konnte man das Meer erkennen, welches beinahe schlafend in der aufkommenden Dämmerung lag. Knapp unterhalb des Gipfels befand sich ein kleiner Schrein, welche schon seit über 1000 Jahren dort stand. Eine geheimnisvolle Atmosphäre umgab ihn. Die Balken aus denen er gebaut war, waren stille Zeugen seines Alters. War mir auf meinem ganzen bisherigen Weg bisher niemand begegnet, so erschrak ich nun umsomehr, als plötzlich der Mönch des Schreins vor mir stand. Waren die Japaner im Allgemeinen Fremden gegenüber zurückhaltend, so war ich doch etwas überrascht, als dieser auf mich zukam, mich umarmte und mir sagte, dass er mich erwartet hätte. Es gab so vieles, was ich ihn gerne gefragt hätte, doch reichte meine Sprachfertigkeit dafür nicht aus. Auch er war bereits fortgeschrittenen Alters. Er machte mir einen heissen Tee und gab mir viele Geschenke, ehe ich mich wieder an den Abstieg machte. Das innere des Schreins gab mir das seltsame Gefühl, dass ich hier nicht zum ersten Mal war. Auch den Gipfel des Berges, seine Aussicht, ich kannte sie genau.
War ich einerseits beeindruckt von all diesen Erfahrungen, waren sie mir gleichzeitig etwas unheimlich. Wohin würden sie mich noch führen? Was würde ich finden?
Es war schon dunkel, als ich das Tal erreichte. Im Dorf Totsukawa gab es aber ausser ein paar einzelner Häuser nicht viel, vorallem aber kein Ort, wo ich haette nächtigen können. So lehnte ich mich kurzentschlossen an einen alten Baum am Rande des Dorfes und schlief ein. Am folgenden Tag gab mir eine alte Frau, bei der ich Kaki-Früchte kaufte, einen Prospekt ueber das Dorf Totsukawa und seine Geschichte. Als ich darin las, dass früher in den Bergen von Totsukawa Bushis lebten, die ausser Farmarbeit auch die Kunst des Schwertes beherrschten und jeweils bei wichtigen Ereignissen für das Dorf kämften, war ich plötzlich hellwach. Waren das doch genau jene Umstände, zu welchen die Bilder in meiner Erinnerung passten. Es gab also tatsächlich Samurai, welche in den Bergen als Farmer lebten. Ich erfuhr von jener Frau, dass der schon 100-jaehrige Dorfaelteste ein grosses Wissen über die Geschichte des Dorfes haette, und so entschloss ich mich, ihn zu besuchen. Er besass viele Bilder die wichtige Ereignisse des Dorfes festhielten. Unter anderem auch einige Bilder der Totsukawa-Shinpei, eine Gruppe Bushi aus Totsukawa welche 1868 im Hokuetsu-Krieg für den Kaiser kämpften. Bei einem Bild aber, stockte mir der Atem. Das Bild des Kriegers, welche ich da vor mir sah, war ich selber... . Es war, als hätte ich in einen Spiegel geschaut.
Durch meine Erinnerung und auch durch ein Channeling von Mona wusste ich bereits, dass ich in meiner Inkarnation das 20. Lebensjahr nicht erreichte und eines frühen Todes starb. Als ich dann erfuhr, dass der Bushi auf jenem Bild tatsächlich eines frühen Todes in einer Schlacht starb, gab es für mich keine Zweifel mehr, dass ich gerade mein eigenes Bild gesehen hatte.
Dies war der Anfang meiner Reise zurück in die Vergangenheit. Durch eine Fügung kam es, dass ich nun, 5 Jahre spaeter, für längere Zeit zurueck in „meine alte Heimat“ kehren sollte. Ich begann das Studium an einer Uni und hatte gleichzeitig Gelegenheit, weitere Nachforschungen nach meiner Vergangenheit zu betreiben. Lag mein Dorf auch 4 Autostunden von meinem Wohnort Kyoto entfernt, so nutzte ich doch jede Gelegenheit, zurückzukehren. So kam es, dass ich eines Tages Misako, eine Japanerin kennenlernte. Hatte ich doch gerade einen Tag vorher meinen Geistführer um Hilfe bei den Nachforschungen gebeten, so kam die Antwort „Misako“ doch relativ rasch. Durch ihre Arbeit als Astrologin war ihr das Thema Reinkarnation bekannt. Ausserdem hatte sie auch selber Erinnerungen an eine frühere Existenz. So beschleunigten sich die Nachforschungen auf Grund ihrer japanisch-Kenntnisse. Brauchte sie für 1 Buch 1 Woche, so hätte das bei mir doch viel länger gedauert. Vorallem weil die alten Geschichtsbücher in einer veralteten Schrift geschrieben waren, welche für mich nur mühselig zu entziffern war.
So besuchten wir das Museum in Totsukawa und baten die Leute um Mithilfe bei den Nachforschungen. Und das Resultat liess nicht lange auf sich warten. Nun wussten wir zumindest, unter welchem Namen der Bushi auf dem Foto registriert war. Gleichzeitig besuchten wir viele Bibliotheken und verbrachten ganze Nachmittage damit, Details zu finden welche mit meinen Erinnerungen übereinstimmten. Stück für Stück setzte sich das Puzzle langsam zusammen. Doch die Informationen nach denen wir suchten, liessen sich nicht so leicht finden. So war es jeweils ein grosses Ereignis, wenn wieder ein Stück meiner Erinnerung durch die Geschichtsbücher bestätigt wurde.
So machten wir uns eines Abends wieder auf den Weg ins ferne Totsukawa. Wir wollten durch Wandern das Gebiet erforschen. Als wir beim Aufstieg aus dem Wald in eine Lichtung traten, durchfuhr mich plötzlich ein Gefühl―das Gefühl, dass ich nicht zum ersten Mal hier war. Mein Herz schlug mir bis zum Hals, als wir uns einem Haus näherten, vor dem ein Mann in einem Garten arbeitete und welches mir sehr bekannt vorkam. So zeigten wir ihm das Foto des Kriegers, welches ich immer bei mir trug. Der Mann, er war schon etwas älter, betrachtete das Bild kurz, nickte und führte uns in sein Haus. Darin hing an einer Wand ein Bild...es war das gleiche, welches ich in meiner Tasche hatte. „Er war mein Vorfahre!“ sagte er kurz und musterte uns dabei genau. Traf man doch in diesem Gebiet nicht gerade häufig auf Ausländer.
Die 15 Minuten, welche wir in Herr Yamamoto`s Haus auf dem Tatami (jap. Strohmatten) knieten, kamen mir vor wie ein ganzes Leben. Soviele Bilder und Gefühle, Erinnerungen durchflossen mich, das Gefühl, nach so langer Suche endlich am Ziel zu sein, kann ich nur schwer in Worte fassen. Es war, als ob der Durst in mir, welcher mich schon so lange Zeit quälte, nun endlich gestillt worden wäre.
Im Inneren des Hauses war noch fast alles, wie es vor 180 Jahren gewesen war. In der Mitte des Raumes stand ein alter Herd, oder besser gesagt, eine Feuerstelle, wie sie in der Edo-Zeit üblich gewesen war. Das Holz im Haus war pechschwarz und sein Alter war deutlich erkennbar. Es gab viele alte Kammern und der Staub in ihnen bezeugte, das wohl schon geraume Zeit sich niemand mehr ihrer zunutze gemacht hatte. Doch ich wusste, was in welcher Ecke oder Kammer verborgen lag, noch bevor ich sie öffnete.
Herr Yamamoto, welchem meine Emotionen wohl nicht ganz entgangen waren, bot uns an, in seinem Haus zu nächtigen. Er fühlte sich sichtlich geschmeichelt, dass Fremde ein so grosses Interesse an seinem alten Haus zeigten. Er wohnte in einem anderen Dorf etwa 1 Stunde entfernt von Totsukawa, da dieses Haus nun doch schon etwas älter und für das tägliche Leben etwas abgelegen lag. Er kehrte am Abend dorthin zurück und versprach, dass er am nächsten Tag wiederkommen und das Schwert seiner Ahnen mitbringen würde. (Dazu ist zu sagen, dass in den meisten Familien, waren sie auch einst Samurai, das Familienschwert nicht mehr erhalten ist. Nachdem 1868 die Meiji Periode begann, wurden alle Katana (jap. Schwert) von der Regierung konfisziert. Herr Yamamoto`s Vorfahre aber brachte die Katana an einen Ort, wo sie von den Beamten der Regierung nicht gefunden werden konnte. Nur dadurch kommt es, dass das Familienschwert auch jetzt noch in ihrem Besitz ist.)
Ich konnte es kaum erwarten, bis er am nächsten Tag wiederkam und ich mein einstes Schwert halten sollte. Ich trug alte japanische Kleidung, genau so, wie ich es vor 130 Jahren getan hatte. Herr Yamamoto brachte nicht nur das Schert, sondern auch eine Kamera mit. Die Energie, welche mich durchfuhr, als ich „mein Schwert“ in den Händen hielt, war von unbeschreiblichem Power!! Seine Energie übertrug sich auf mich, und sogar Herr Yamamoto musste feststellen, dass zwischen mir und seinem Vorfahren, dem Bushi auf dem Bild, eine erstaunliche Ähnlichkeit bestand. Er schüttelte nur immer wieder den Kopf aus Erstaunen. Ich hingegen fühlte mich, als ob ich nach langer Zeit endlich aus dem Krieg heimgekehrt wäre.
Später führte mich Herr Yamamoto noch zum Grab seines Vorfahren, welches in einem Wald verborgen lag. Als ich dann davor meditierte spührte ich, als ob sich der Kreis zwischen meinem damaligen Leben und meiner jetzigen Existenz geschlossen hätte... .
Wieviel Herr Yamamoto wirklich fühlte, oder ob auch er mich erkannte, ist bis jetzt noch ungewiss. Auf einer höheren Ebene hat er mich sicher erkannt, sonst hätte er uns nie sein Haus in so kurzer Zeit überlassen.
Doch die Reise ist damit noch nicht zu Ende, nein, es ist erst der Anfang auf dem Weg zur Integration dieser beiden Aspekte-der Vergangenheit und der Gegenwart.
Ich bin meiner geistigen Führung für ihren Beistand auf meinem Weg sehr dankbar und es erfüllt mich mit Freude, auch weiterhin auf ihre Führung vertrauen zu dürfen!
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