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| Autor: OMRAEL Norbert Muigg |
| erschienen: 18.04.2008 |
| Herausgeber: Elraanis Verlag | | | CASA DE SALUD SANTIAGO |
 Maya-HospitalsDer Pfad der Liebe im Dienste des Volkes der Maya. Ein Heilungsprojekt im Guatemala
Eine kleine Gruppe von Mayaschamanen hat sich die Mühe gemacht, vom Hochland Guatemalas in die Stadt Guatemala City zu kommen. Wir sollten gemeinsam über die Möglichkeiten und Inhalte eines Maya-Hospitals sprechen. Wir, das sind Christine und Omrael Norbert Muigg. Vor 17 Jahren wechselten wir den Kontinent. Mit unseren drei Kindern verließen wir das Tiroler Stubaital, weil ich in der Österreichischen Schule in Guatemala City eine Stelle angeboten erhielt. In den ersten Jahren bauten wir gemeinsam in der Stadt ein kleines Heilungszentrum auf. Nach Ausbildungen in der Biodynamik, in diversen Heilmethoden in Europa, wollten wir damit Erfahrungen in Guatemala sammeln. Schon sehr bald stellte sich heraus, dass immer mehr Menschen unsere Hilfe suchten. So lernten wir in den ersten Jahren wohlhabende wie arme Menschen des Landes kennen, denen wir durch unsere Heilarbeit Hilfe geben konnten. Reiche Guatemalteken, Großgrundbesitzer, Militärs, Widerstandskämpfer, arme Indigenabauern, die zu uns kamen, ließen uns erkennen, wie einseitig doch unsere europäische Sichtweise ist, wenn wir über die Probleme eines Landes sprechen. Schon nach wenigen Jahren lernten wir große Weise der Maya kennen. Unter ihnen war Meister Alejandro Cirilo Perez Oxlaj, der Präsident des Maya- und Indianerrates des Kontinents, Don Julian Lopez Mendez, der Stammesvater der Maya Poquomames, Nan Cuz, eine große Weise aus dem Stamme der Kekchis mit deutschem Vater und andere Priester und Schamanen des Mayavolkes.
Nach zahlreichen Reisen durch Guatemala erkannten wir die Notwendigkeit, den Mayas Hilfe zu geben, so wie wir von ihnen Hilfen und Einsichten erhielten. Der Kreislauf des Gebens und Erhaltens sollte sich dadurch schließen. Erstaunt beobachteten wir auf unseren Ausflügen, wie vertieft und in welch großer Hingabe die Priester der Maya in ihren Ritualen die Kräfte und Wesen ihres Glaubens anriefen. Unter ihnen war auch Aufemia, die uns als Priesterin, Hebamme, Heilerin und Schamanin die besondere Notwendigkeit von Heilungseinrichtungen für die Indianerfrauen nahe legte.
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Don ApolinarioMit Don Apolinario, der meiner Frau nach einem Mayaritual aus einer Krankheit helfen konnte, besprachen wir die Basisidee des Hospitals. „Wir brauchen Einrichtungen, in der alte Mayaheilmethoden, aber auch die Schulmedizin sich gemeinsam die Hände reichen können. Wir können nicht auf Jahrtausende alte Heilmethoden unseres Volkes verzichten, nur weil es heute eine Schulmedizin gibt, die nur Teilbereiche der menschlichen Krankheiten abdecken kann. In der Zusammenführung der Heilmethoden liegt die Vielfalt, aus der wir den Nöten und Krankheiten der Hilfe suchenden Menschen am besten begegnen können.“
Als die beiden an einem Tag Akabal im heiligen Mayakalender, aus dem Hochland kommend, an unserer Hausglocke läuteten, war es bereits früher Vormittag. Sie mussten schon sehr früh ihren Heimatort verlassen und kamen in einem Auto, das weder Licht noch sonstige wichtige Einrichtungen eines Fahrzeuges hatte. Lachend meinte Wilma: „Einige Zeit mussten wir durch die Dunkelheit fahren. Der Sonnenaufgang hat uns nicht nur einen wunderschönen Tag angekündigt, sondern auch Hilfe gegeben, die Straße besser wahrnehmen zu können.“ Ihr Vertrauen in Gott schien uns unerschütterlich. Wir konnten nur den Kopf schütteln und mit demselben Vertrauen an unserer Vision weiter arbeiten.
So formte sich vor zwölf Jahren die Idee des Jakobushospitals, das schon wenige Monate nach diesem ersten Zusammentreffen wieder in Vergessenheit geriet. Für das Projekt ließen sich weder in Europa noch in Guatemala Gelder aktivieren. Wir mussten erkennen, dass allein der Begriff Spiritualität in öffentlichen Ansuchen ein Hemmschuh war. Aber wir waren damals nach den Begegnungen mit den Maya wohl auch mit uns selbst zu sehr beschäftigt. In Zeremonien mit Weisen der Maya begann ein intensiver Lebenswandel, der uns innerlich veränderte und jedem von uns seinen individuellen Weg öffnen sollte.
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Land der MayasMeister Alejandro Cirilo meinte einmal, was wir in unseren Schulen und Ausbildungsstätten des Westens lernten, würde nicht ausreichen für ein Freude und Glück bringendes Leben. Auf dem Weg jedes Menschen zu Gott führe ein Pfad über das Herz der Mutter Erde zum Herzen Gottes. Allein als Liebende würden wir die Verbindung zu der Mutter Natur und der Heiligkeit Gottes und der Vielfalt seines Reiches erkennen. So könne sich ein Glück bringendes Leben in Beruf und Familie oder auch die Lebensfreude eines Einzelnen allein aus den unterschiedlichen Bereichen der unsichtbaren Reiche öffnen. Damals hatte ich erst nach und nach erkennen können, was dieser Maya-Anciano damit gemeint hatte.
Viele Jahre der Erfahrungen mit den Weisen der Maya folgten und öffneten nach und nach eine Welt, die anfangs voller Mysterien schien. Wir erkannten vor allem, dass die Maya nach wie vor existierten. Don Julian, mein langjähriger Mayavater, meinte in einem Gespräch einmal: „Über Hunderte Jahre haben Einwanderer unserem Volke gewaltsam oder auch in Unkenntnis unserer Lebensweisheiten die Identität genommen. Sie ließen uns in ihren Vorstellungen, in Schulbüchern und in ihren Betrachtungen über die Maya sterben. Daran hat sich bis heute nichts verändert.“
23 Mayastämme gibt es noch, unterschiedliche Sprachen und Lebensformen prägen die Vielfalt und Lebendigkeit des Landes Guatemala und der angrenzenden Länder. Viele Menschen der Maya leben noch die alten Traditionen und Heilformen. Sie agieren als Mayapriester und geben ihre Weisheit allein durch Einweihungen und in Jahre dauernden Begleitungen auf dem geistig-spirituellen Weg weiter.
So fanden wir nach und nach Zugang zu den Heilungszeremonien. Wir erkannten die Hintergründe und Absichten brennender Ritualfeuer, inbrünstiger Gebete an den „Mesas“ und dem Mysterium der Einweihungen. In bunten Trachten gekleidete Priesterinnen und Priester dienen in Guatemala abseits anderer Heilungseinrichtungen den Hilfe suchenden Menschen. Dafür werden sie noch heute vielfach verachtet. So erhielten wir nach einer intensiven Wanderschaft von Don Julian Lopez Mendez die Weihe zum Mayapriester. Dieser große Weise und Heiler öffnete uns nebst anderen sein Herz, seine Liebe und damit verbunden seine tiefen Einsichten und Zugänge in die geistigen Welten. Drei Tage vor seinem Tod unterschrieb er die Stiftungspapiere der Guatemalastiftung als Ehrenpräsident des Hospitals.
So entstand in vielen gemeinsamen Besprechungen, aber vor allem in Ritualen mit Mayaweisen, die Grundidee eines Hospitals, in dem Maya-Heilmethoden mit unserer Schulmedizin verbunden werden sollten. Die Naturheilkunde und der Schamanismus sind in Guatemala staatlich anerkannte und akzeptierte Heilmethoden. Dies war eine kostbare Basis für die Verwirklichung dieser Vision.
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Eröffnung des HospitalsAm 29. Juli dieses Jahres öffneten nach Jahren der Bauzeit und durch viele Spenden aus Österreich, Deutschland und der Schweiz die Tore der „ CASA DE SALUD SANTIAGO“ in der Ortschaft Monte Mercedes über dem Lago Atitlan.
Meister Alejandro Cirilo segnete die Einrichtung mit den Worten: „Ihr seid in unser Land als Botschafter des Nordens gekommen. Über Jahre kennen wir uns nun. Wir sind viele gemeinsame Wege gegangen. In eurer Liebe zu meinem Volke wurden viele alte Wunden geheilt, die die weiße Rasse uns zugefügt hatte. Ich danke euch für die Hingabe an die Menschen dieses Landes und sehe euch als Hüter eines großen Geheimnisses, das in der Tradition der Maya allein Menschen geöffnet wurde, die mit ihrem Herzen verbunden sind. So segne ich dieses Hospital als Einrichtung der Liebe und des Friedens zwischen unseren Völkern und danke all denen, die meinem Volke helfen, wieder zu ihren Wurzeln, zu ihrer Würde und zu der Weisheit der Maya zurück zu finden. Ihr seid als Priester der Maya gesegnet. Dieser Segen möge dem Hospital Schutz, Fülle und weitere Öffnung zukommen lassen.“
Das Hospital soll nicht nur eine übliche, der ärztlichen Versorgung dienende Einrichtung sein. Der Schwerpunkt wird gelegt auf Präventivmaßnahmen, auf Aus- und Weiterbildung der auf dem Land arbeitenden Hebammen, auf Vorsorgeuntersuchungen der Kinder in den umliegenden Schulen und durch Schwerpunktprogramme in Bereichen Ernährung, Hygiene und Parasitenreinigung. Über das Hospital werden Patenschaften vermittelt, Waisenprojekte unterstützt. Über ein Sozialbudget werden Familien unterstützt, die durch Schicksalsschläge und Katastrophen in Not geraten sind.
Das Hospital wird geleitet von Dr. Sanchez Montoya, der nicht nur für alternative Heilmethoden offen ist und teils damit arbeitet. Er koordiniert die Schamanen, Heiler und Naturheilpraktiker, die als freie Mitarbeiter Menschen ihre Hilfe und Dienste anbieten. In weiterer Folge sollten auch Mitarbeiter aus Europa mit ihren Erfahrungen eingeladen werden.
Der Hospitalsarzt arbeitet durch noch fehlende Einrichtungen derzeit mit seinem Team teils mit den Methoden der Neuraltherapie, die sehr kostengünstig und effektiv ist.
Das Hospital ist in den weiteren Ausbauphasen bemüht, alte, noch vorhandene Heilmethoden der Maya zu integrieren. Dadurch erhalten und beleben sich traditionelle Heilmethoden, die effizient und günstig zugleich sind. Durch verschiedene religiöse Glaubensgemeinschaften, die nach wie vor Heilungsrituale und die Kosmovision Maya an sich als teuflisch verurteilen, wird dieser Aspekt des Hospitals noch erschwert.
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Die Schwerpunktprogramme für die nächsten fünf JahreDer tägliche Ambulanzbetrieb, die Einladung von Spezialisten und Fachärzten aus Guatemala Stadt für spezielle Untersuchungen und Behandlungen. Präventivmaßnahmen für die Senkung der sehr hohen Kinder- und Müttersterblichkeit vor, bei und nach der Geburt. Die Einbindung von Mayaheilern und Schamanen und der Naturheilkunde in die tägliche Heilungsarbeit.
Seit Juni dieses Jahres treffen sich im Hospital regelmäßig an die 30 Hebammen der Region für einen Erfahrungsaustausch und für Fortbildungen. Nachdem viele Hebammen zugleich auch Schamaninnen sind, öffnet sich in solchen Zusammenkünften auch der Weisheitsschatz der Schamaninnen, die aus ihrer Tradition noch besondere Zugänge vor allem zu den ungeborenen Kindern haben.
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Das Kinder-HilfsprogrammSeit Juni 2007 werden Kinder der Region in den örtlichen Schulen gesundheitlich erfasst und betreut. Über eine Schulaktion finanziert das Hospital die Arbeit eines Zahnarztes für eine höchst notwendige Zahnprophylaxe. Die kostenlose Betreuung unterernährter Kinder erfolgt über eine externe Betreuung von Familien durch den Hospitalsarzt und eine dafür ausgebildete Krankenschwester.
Die weiteren Spenden des Vereins fließen in die Aufbaustruktur des Hospitals, in Geräte, Einrichtungen und Anschaffungen von Medikamenten, in Gehälter für Angestellte,
in die Abwicklung des täglichen Ambulanzbetriebes und in die weitere Erhaltung des Hospitals.
Weihnachtsaktion des Hospitals 2007
Die Arbeitsgemeinschaft des Hospitals hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Ende dieses Jahres 12.000 € für die Einrichtung des Laboratoriums zu aktivieren. Durch die Hilfe einer guatemaltekischen Familie konnte im August dieses Jahres ein EKG-Gerät angeschafft werden. Weiterhin fehlen noch Krankenhausbetten, ein Röntgengerät, ein Ultraschallgerät und ein kostengünstiger Transport nach Guatemala. In weiterer Zukunft sollte ein OP für Notoperationen und Unfallbetreuung, vor allem aber für die Frauenmedizin, eingerichtet werden.
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Kontakt/Information:Verein Österreich
Christine Muigg, Ebnersteig 33, A-6166 Fulpmes
e-mail: christine.muigg@to-om-ra.com
www.to-om-ra.com
Stiftung Guatemala:
Omrael Norbert Muigg
omrael@to-om-ra.com
www.to-om-ra.com
Kontakt/Information:
Deutschland
Dorothea Voll, Am Südhang 3, D-55127 Mainz
e-mail: dorothea_voll@yahoo.de
Kontakt/Information:
Verein Sozialprojekte Guatemala
Frau Elisabeth Rutishauser
Loestrasse 58
7000 Chur
e-mail: info@jakobusspital.ch
www. Jakobusspital-guatemala.ch
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