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Gesundheit
Rebirthing
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| Autor: Jadranka Marijan-Berendt |
| erschienen: 05.02.2001 |
| Herausgeber: Elraanis | | | Höre - so lebt deine Seele |
Ich lebe seit 1970 in Deutschland. Musikstudium, Schauspielausbildung, 3-jährige Ausbildung am Institut Prof. Ilse Middendorf im Erfahrbaren Atem. 7 Jahre mitleitende Ausbilderin am gleichen Institut.
Die Arbeit an und mit mir, die Aus-ein-ander-setzung mit Licht und Schatten, haben ungeahnte Räume und Wege geöffnet, zum Schwingen und Leben gebracht.
Ich durfte und darf durch das „Tor der vergrabenen Schätze“ hineingehen und erfahren: DIE WELT IST KLANG – Atem – Odem – Essenz – Leere – Fülle. So hat sich eine mühelose Synthese zwischen dem erfahrbaren Atem und der Hör- und Klangarbeit gebildet.
Meine Arbeit ist mein Leben und mein Leben ist meine Arbeit, den Atem – Klang ist Leben.
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Könnte es sein, daß die Schönheit in der Stille liegt?Das menschliche Embryo ist noch keinen Zentimeter groß, da sind bereits mikroskopisch kleine Ansätze zur Bildung von Ohren an ihm erkennbar. Und dann wachsen diese Ansätze unverhältnismäßig schnell, und viereinhalb Monate nach der Befruchtung ist unser eigentliches Hörorgan, das so genannte Labyrinth mit der Cochlea, komplett fertig. Noch erstaunlicher ist, daß es gleich in seiner endgültigen Größe fertig ist. - In allem ist es von der Mutter abhängig, nur eines will es unbedingt selbst - so schnell wie möglich: hören!
Was will es hören?
Als erstes ist die Antwort: Es will die Mutter hören! Den Herzschlag der Mutter. Will hören, daß es angenommen und erwartet wird, willkommen ist. Es will Liebe hören.
Eine weitere Antwort kommt von Alfred Tomatis, dem bedeutenden französischen Hörforscher, der sagt, das Embryo habe so ein feines Gehör, daß es das „Rauschen der Zellen“ hört. Er interpretiert dieses Rauschen als den „Klang des Seins“ und den „Klang des Lebens“. Das Embryo höre auf diese Weise sein eigenes Leben, es höre: Ich lebe, ich bin.
Unser Hörsinn hat sich - wie alle unsere Sinne - vom Derben zum Feineren, also vom Lauten zum Leisen entwickelt. Doch hier hört das Hören nicht auf. Die Evolution führt den hörenden Menschen weit über das leiseste Hören hinaus - bis an jene äußerste Schwelle zum Schweigen und zur Stille, wo, wie Rilke sagt, „das Schweigen nistet“!
Hinausführen ist ein anderes Wort für „transzendieren“
In der Sprache des japanischen Zen gibt es den Begriff: Wabi Shabi. Man kann jedes dieser Worte für sich übersetzen. Dann bedeutet Wabi die Liebe zum Einfachen, auch Einsamkeit, Shabi meint Ruhe, altertümliches Aussehen. Stärker als auf diese beiden Worte kommt es auf den „Zwischenraum“ darin an, so wie auf den Raum zwischen dem Klang der Tempelglocken auf die Stille zwischen den Glockenschlägen als auf diese selbst. „Zwischenraum“ ist in diesem Zusammenhang nur ein anderes Wort für „Stille“.
Jeglicher Ton, auch wenn er bis zum Fortissimo anschwillt, verklingt und „löst sich in der Stille auf“. Jedes Geräusch ist schön, wenn es verklingt, jedes, auch das häßlichste!
Könnte es sein, daß die Schönheit in der Stille liegt?
Der kanadische Komponist und Klangforscher Murray Schafer: „So wie der Mensch nach Vollkommenheit strebt, zielt jeder Lautzustand auf die Stille hin, zum ewigen Leben der Sphären-Musik.“
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Kann man Stille hören?Ja, wenn wir unser Bewußtsein in das Universum und die Ewigkeit ausweiten, dann hören wir Stille. Wenn der indische Yogi einen Zustand der Befreiung erreicht, dann hört er das Anahata, den nicht angeschlagenen Ton. Dann erreicht er Vollkommenheit.“
Im „Buch der Könige“ heißt es, daß Gott nicht sprach in furchtbarem Sturm, nicht im Erdbeben und nicht im Feuer, das alles verbrennt. „Dann aber kam Stille. Und im Rauschen der Stille - da sprach Gott.“
Nicht alle nennen es Gott. Für die Inder ist es das Atman. Zen nennt es Buddha-Geist. Die christliche Mystik nannte es „Christus in dir“. Für die Transpersonale Psychologie ist es das Höhere Selbst, für andere der Beobachter, der Zeuge. Gibt es deshalb so viele Namen dafür, weil in allen Kulturen und Zeitaltern Menschen diese Stimme gehört und erfahren haben? Auch heute?
„Was will es (das Embryo) hören“, war unsere Frage. Könnte es sein, daß das Ziel allen Hörens das Lauschen in Stille und Schweigen, Lauschen auf die Innere Stimme ist? Lauschen auf das Höhere Selbst? Auf Gott in Dir?
Die Antwort kann nur immer der/die Befragte, der/diejenige geben, der/die sich auf den Weg des Hörens begibt.
Der Weg des Hörens ist ein Weg des Lauschens auf den Lebensfluß, den Atem. Der Atem kommt aus dieser unendlichen Stille, geht in diese Unendlichkeit und wir warten, bis der Atem wieder von selbst kommt. Er kommt und geht in seiner unverfälschten, unbewußten Funktion, aber dadurch, daß ich meiner bewußt werde und Aufmerksamkeit auf das richte, was in mir geschieht, nehme ich diesen Prozeß wahr und greife dennoch nicht in ihn ein. Es geschieht in mir - ich bin dieses Geschehen und zugleich der Zeuge dessen, was geschieht. Ich nehme wahr, heißt, ich lausche auf das Innerste. Auf diese Weise öffnet sich ein Zugang nicht nur zum Körper, sondern zum Geist und zur Seele. Körper, Geist und Seele werden ganzheitlich erfahren. Im Erlauschen des Atems nehme ich wahr, daß er auch Bewegung ist. Dieser Bewegung folge ich, bis ein „mein Tanz“ entsteht. Der Tanz mit dem ganzen, von Atem und Tönen (Musik) durchpulsten Körper. Es dürfen Erfahrungen gemacht werden, die ursprünglich und ganzheitlich sind, so daß sie die Selbstheilungskräfte in uns ganz von alleine ansprechen. Die Auswirkung kann unterschiedlich erfahren werden.
Die Tiefe wird erreicht, wenn ich die Qualität „Ich lausche auf meinen Atem“ erfahre; ich bin dieses Lauschen; ich bin dieser Atem; ich bin dieses Geschehen; ich bin Sein. Ich bin. Punktum.
In dieser Tiefe, wo der Atem das Atman ist, sind Freude, Freiheit, Glückseligkeit und Liebe. Hier entstehen Kreativität und Aktivität. Ich bin Zeuge und nehme wahr, was geschieht. Ich lausche nach innen und aktiviere das „Dritte“ Ohr. Aber dann lasse ich auch den Zeugen los und erfahre: Jetzt. Sein. Essenz.
Das Ganzheitliche an dieser Atem-Hör-und Klang-Arbeit ist die „empfangende Qualität“ des Atems, des Lauschens nach innen, das Weibliche. Das Ausatmen hingegen, das Singen, Tanzen, das aktive „Spendende“, das Männliche, ist ein Ausdruck nach außen, in die Welt, in die Vielfalt. Die wichtige, oft übersehene Phase in diesem Dreier-Rhythmus ist die Ruhe nach dem Ausatmen, nach der Aktion. Sie enthebt uns der Polarität zwischen dem Männlichen und dem Weiblichen. Sie läßt uns in jenen Kern „hineinfallen“, der beiden Geschlechtern und allem Lebendigen gemeinsam ist: das Selbst.
Buchempfehlungen:
Alfred A. Tomatis: Der Klang des Lebens
Vorgeburtliche Kommunikation - die Anfänge der seelischen Entwicklung (rororo Sachbuch)
Joachim Ernst Berendt: Ich höre - also bin ich -
Hör-Übungen - Hör-Gedanken (Goldmann Taschenbuch)
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