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Autor: Herbert Reinig
erschienen: 26.08.2002
Herausgeber: Elraanis
 

Bewußt Atmen!

Herbert Reinig & Dagmar Paschke

Bewusst Atmen - Schlüssel für Daseinsfreude

Tiefes verbundenes Atmen, Entspannung und Integration der auftauchenden Erlebnisse sind Grundbegriffe und Arbeitsweise dieser Methode. Bei gleichzeitiger Anwendung mündet dies in eine Erfahrung von vollkommener Entspannung und Leichtigkeit, oft auch Glückseligkeit und Zustände überschießender Kreativität. Probleme und Sorgen treten zurück, der Blick wird frei und offen für Lösungen und Visionen.
Der ununterbrochenen Atemrythmus geht schließlich über in eine Erfahrung des Geatmet-werdens und letztlich kann man die Erfahrung machen, dass neben der Luft auch reine Lebensenergie geatmet wird. Oft wird das mit den Worten im Energiefluß sein beschrieben. Und sicher ist jede Sitzung individuell sehr verschieden, je nach Zielsetzung und Grundfokus des Atmenden.
Wir arbeiten mit einem bestimmten Fokus. In Anlehung an verschiedene Autoren z.b. auch Milton Erikson nehmen auch wir an, dass in jedem Menschen zu jedem möglichen Problem bereits die Lösung vorhanden ist. Erikson spricht von einem Reservoir von Problemlösestrategien. Er geht davon aus, dass es genügt dem Klienten zu zeigen wie er wieder Zugang zu diesem Bereich bekommt und schon ist er fähig seine Probleme zu lösen. Er erwähnt in dem Zusammenhang die zwei Gehirnhälften, deren verschiedenen Aufageb und der Notwendigkeit die rechte Hälfte, die für Kreativität zuständig ist wieder zu aktivieren. Erikson arbeitete mit Trance und Geschichten.


Wir können bewußt in den Modus schalten, wo Kreativität und Intuition selbstverständlich sind. Dort sind wir auch lesitungsfähig, wach und voller Liebe für alles um uns.




Rebirthing, Kunst & Therapie

In diesem Aufsatz möchten wir eine Brücke bauen zwischen der klassischen Psychotherapie, einem wissenschaftlichen Verfahren, und einer vom Ursprung spirituellen Übung, dem bewußten Atmen am Beispiel Rebirthing.
Der klassische Ansatz der Psychotherapie basiert auf der Annahme, daß aktuelle Probleme aus frühkindlichen Traumas resultieren. Ein Beispiel für ein mögliches psychodynamisches Szenario: Das vierjährige Kind macht seinen Mittagsschlaf. Die Mutter weiß, daß es normalerweise die zwei Stunden durchschläft. An diesem Tag beschließt die Mutter noch schnell zum Kaufladen um die Ecke zu gehen. Das Kind erwacht währenddessen, schreit nach der Mutter, gerät in Panik und ist ganz außer. Für das Kind stellt sich die Situation eventuell so dar, daß die Mutter weg ist und nie wieder kommt. Es hat Hunger und Durst, niemand ist da diese Bedürfnisse zu befriedigen. Aus dieser Erfahrung von Alleingelassen kann das Kind die Haltung entwickeln: es ist schrecklich und bedrohlich allein m sein, niemand mag mich. Diese Haltung kann als Glaubenssatz für das ganze spätere Leben gelten. Mit dem Vorgang der Verdrängung werden diese negativen Erfahrungen im Unbewußten der Bearbeitung entzogen. Aus Kindheitserfahrungen hat jeder eine Sammlung von unterdrücktem Material, negativen Erfahrungen, abgespaltete Facetten der Persönlichkeit In der psychotherapeutischen Situation kommmt es zur Erinnerung dieser Schiüsselerlebnisse teilweise werden sie auch wiedererlebt und der Klient hat die Möglichkeit diese Glaubenssätze zu relativieren. Das heißt er kann sehen daß sie damals angemessen und richtig waren, das sie aber heute nicht mehr gelten müssen.
Einige Therapierichtungen gehen davon aus, daß diese Traumas als Energieblockaden im Körper gespeichert sind. Über verschiedene Körpertherapien sind diese Blockierungen sichtbar und erlebbar zu machen, um sie im nächsten Schritt aufzulösen.
Rebirthing, also bewußtes Atmen hat Eingang in einigen psychotherapeutischen Verfahren gefunden, und wird auch als eigenständiges Verfahren psychotherapeutisch eingesetzt. Zum Teil geht man im Rebirthing auch von üben beschriebener Psychodynamik aus, wobei man annimmt, daß das größte Trauma für das Kind der Geburtsvorgang an sich ist. Hinausgequetscht in die kalte, grelle, laute Welt. Schluß mit dem behaglichen, schwerelosen nichts tun müssenden Dasein im Mutterleib. In dieser Situation, und es gibt sicher auch angenehmere Geburts-Szenarien, entwickelt das Neugeborene seine ersten Haltungen was das Leben ist.
Das Wiedererleben dieser Gehurtssituation in der Rebirthingsitzung kann erlösen, versöhnen, kann damals getroffene Entscheidungen so relativieren, daß für das aktuelle Dasein daraus keine negativen Folgen mehr entstehen müssen.
Integration - der Schlüssel zu Daseinsfreude und kreativer Kraft
Integration ist die Wirkung- die durch Rebirthing erzielt wird. Integration ist nicht „loslassen", denn dieses Wort beinhaltet die Vorstellung, daß wir uns von etwas Schlechtem lösen. In Wahrheit hat es nie etwas Schlechtes gegeben- Es gab vielleicht die Entscheidung, daß etwas schlecht sei. Aber in Wahrheit liebt die Mutter das Kind und will es nicht absichtlich verletzen.
Integrieren heißt das Verdrängte und Abgewertete in ein umfassendes Gefühl von Dankbarkeit und Wohlbefinden führen. Dazu muß es noch nicht mal wiedererlebt werden. Integration fmdel im Rebirthing-Prozeß oft spontan und automatisch statt. Notwendig ist lediglich die bewußte Wahrnehmung und damit eine gewisse Aktivierung. Für die Integration ist dann nur noch die Beenden der Abwertung notwendig.


Kreative Kraft und Umsetzung von Visionen

Rebirthing - Die Wissenschaft von der umfassenden Daseinsfreude
In vielen spirituellen und religiösen Schulen wird dem Atem eine große Bedeutung beigemessen. Das achtsame Atmen ist häufig Basis der Übungen.
Beachtlich ist auch, daß in vielen Kulturen das Wort Atem gleichzeitig mehrere Bedeutungen haben kann. Bei den Aborigines steht das Wort WAUG für Atem, Seele und Geist. Bei den Indianers gibt es das Wort PIUTS für Leben, Atem und Seele. Gleiches gilt für das Hebräische.
Die im Westen bekannt gewordene Atemtechnik wurde in den 70 er Jahren von Leonard Orr erforscht und Rebirthing genannt, weil er eben selbst Geburtserlebnisse hatte, und sich anschließend wie wiedergeboren fühlte. Die eigentlichen Wurzeln liegen aber sicherlich im Osten.
China: Qi Gong. Ausdruck für Lebensenergie - Gong = Übung. Grundlage des Qi Gong sind verschiedene Atemtechniken. Im Laufe der Jahrhunderte haben die Chinesen verschiedene Atemtechniken entwickelt und in verschiedene Kategorien eingeteilt: die körperliche, seelische und spirituelle. Sie unterscheiden sich durch Atemtempo, Tiefe und Länge der Atemzüge.
Ein Atemtyp heißt z.B. ATMUNG DER LIEBE, durchgeführt im oberen Teil des Brustkorbes. Einatmung ist gleich lang wie Ausatmung, und es gibt keine Pause dazwischen. Ein geschlossener, natürlicher Kreislauf, der das Gefühl der Harmonie und Liebe zur ganzen Schöpfung fördert. Dieser Atemtyp ist unserem Rebirthing am ähnlichsten.
Indien: Pranayama. Prana = universelle Lebensenergie, Yama = Übung Hier geht es um die Atembeherrschung. Die Atmung ist meist sehr langsam und an bestimmten Punkten hält man die Atmung sogar an. Grundrhythmus: Einatmung, Anhalten des Atems, Ausatmung. Die Phasen sind in etwas gleich lang.



Die fünf Elemente des Rebirthing

Alles was jemals abgewertet, verdrängt und unterdrückt wurde kann mit Rebirthing integriert werden. Alles Abgewertete, Unterdrückte und Verdrängte hat energetische Zeichen im Körper hinterlassen. Dort wartet es darauf das du darauf aufmerksam wirst und es mit Dankbarkeit und Wohlbehagen integrierst.
Die folgenden fünf Elemente sind in der Praxis natürlich nicht so zu unterscheiden, dies ist ein fließender Prozeß. Wir nehmen die Trennung hier zur Verdeutlichung vor.
1. Kreisförmige Atmen: bewirkt einen vollständigen Energiekreislauf im Körper
Einatmen und Ausatmen sind ohne Pause miteinander verbunden.
Ausatmung ist entspannt, geschieht von selbst, und wird nicht kontrolliert.
Man kann Nasen- oder Mundatmung machen, wenn du durch die Nase einatmest solltest du
auch durch die Nase ausatmen. Gleiches gilt für die Mundatmung.

2. Vollkommene Entspannung: Es kostet sehr viel Energie etwas unterdrückt zu halten!
Dies findet seinen Ausdruck in Verspannungen aller Art. Gehe deshalb immer mal wieder durch den ganzen Körper und entspanne dich ganz bewußt. Mit Verspannungen halten wir fest, haben die Kontrolle. In der Entspannung fühlen wir uns oft hilflos, ungeschützt. Das Gegenteil ist aber der Fall: Angst und Trauer lösen sich in der Entspannung auf. Sie können dort nicht länger existieren.
3. Bewußtes Wahrnehmen aller Einzelheiten:
Aufmerksamkeit möglichst auf den gegenwärtigen Augenblick.
Genau erforschen was hier und jetzt passiert.
Darauf achten, welche Gefühle sich wo im Körper zeigen, sich dann auf diesen Körperteil
konzentrieren und bis ins Detail erforschen und spüren.
Drama bedeutet, die Gefühle auszuagieren, statt sich zu entspannen und sie zu spüren. Übung die hilft das 3. Element zu meistern:
Nimm in der angegebenen Reihenfolge den Punkt maximaler Empfindung in jedem der folgenden Körperteile wahr: hilft zu entspannen, den Energiefluß ansteigen zu lassen. Linker Zeh, linke Fußsohle, linkes Fußgelenk, linkes Knie, linke Hüfte - Rechter großer Zeh, rechte Fußsohle, rechtes Fußgelenk, rechtes Knie, rechte Hüfte - After, Genitalien, Nabel, Solar Plexus, Herz, linke Schulter, linker Ellenbogen, linker Handteller, linke Zeigefingerspitze, - rechte Schulter, rechter Ellenbogen, rechtes Handgelenk, rechter Handteller, rechte Zeigefingerspitze, Kehlkopf, Hinterkopf, drittes Auge, Kronenchakra.
4. Integration in Ekstase
Die ersten drei Elemente beseitigten die Unterdrückung. Das vierte beseitigt die Abwertung. Durch die Beseitigung von Unterdrückung und Abwertung wird der Verstand frei, seiner eigentlichen Arbeit nachzukommen, nämlich effektiv Daseinsfreude und kreative Kraft hervorzubringen. ~
Genieße alles was hochkommt sofort und unterschiedslos. Sogar Angst und Trauer. Was geschieht, wenn du Angst anschaust und genießt ist, sie verschwindet augenblicklich und gibt den Blick frei auf das was dahinter steht. Meistens wartet ein Geschenk auf dich. Sei dankbar ist die Grundhaltung dieses 4. Elementes. Du bist im freien Fluß der Energie. Du wirst getragen, es atmet dich.
5. Tue was du gerade tust
Alles was geschieht ist perfekt zum richtigen Zeitpunkt. Es gibt kein richtig oder falsch. Du
probierst Rebirthing so gut wie möglich hinzukriegen? Sehr gut, du mußt es zwar nicht gut
machen, aber achte und respektiere dich, daß du es machst. Es ist unmöglich beim Rebirthing
etwas falsch zu machen. Du bist völlig verspannt? Toll - achte auch dies und gehe wieder in
die Entspannung.
Es gibt kein gut und schlecht.
Diese 5. Element bezieht sich dann vor allem auch auf das Tun während oder nach dem
Rebirthing. Du kannst jetzt auch aufstehen und etwas tun, tanzen, malen was auch immer. Du
kannst im Atemprozeß bleiben und alles tun was du möchtest. Bewerte nichts. Alles ist gleich
gut. Alles was du tust ist richtig.


 
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