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Literatur
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| Autor: Bärbel Mohr |
| erschienen: 05.02.2001 |
| Herausgeber: Elraanis | | | Ganzheitliche Fülle |
Die „innere Fülle“, oder das prozentuale Glücksempfinden der Deutschen entspricht im statistischen Durchschnitt ungefähr dem der Bangladeshi. In einer internationalen Umfrage liegt Deutschland mit 16% „sehr glücklichen“ und 14% „unglücklichen“ Menschen“ (die Restlichen dümpeln in einem Gefühl der Mittelmäßigkeit vor sich hin) auf Platz 33, einen Platz hinter Bangladesh. Dort geben 18% der Menschen an, „sehr glücklich“ zu sein.
Die innere Fülle im Erleben der Bangladeshi und der Deutschen scheint sich ziemlich zu entsprechen. Wie sieht es aber mit der äußeren Füller in beiden Ländern aus? Bangladesh hat 130 Millionen Einwohner, von denen die Hälfte unterhalb der Armutsgrenze leben. Der besser verdienende Mittelstand lebt in Wellblechhütten ohne fließendes Wasser. Aus diesem stammen überwiegend die 18% „sehr Glücklichen“.
In Venezuela bezeichnen sich übrigens 55% der Einwohner als sehr glücklich und nur 7% als unglücklich.
Was wir diesen Zahlen entnehmen können, ist, dass keinesfalls äußere Fülle nötig ist, damit Menschen innere Fülle erleben. Vielleicht ist es eher sogar das Gegenteil, wie die Geschichte mancher Lottogewinner zeigt. Man sollte meinen, es sei das Glück schlechthin, sechs Richtige im Lotto zu haben. Aber wie ist es wirklich? Viele dieser scheinbar so Glücklichen sind nach einigen Jahren frustrierter als vorher und außerdem oft hoch verschuldet. Die äußere Fülle wäre da gewesen. Wo ist sie? Wer hat sie verplempert und wieso?
Auch mein Steuerberater sagt, dass 98% der Menschen, die plötzlich sehr viel Geld verdienen, nach einem Jahr weniger Geld als je zuvor haben. Macht Geld nun arm oder reich? Oder entscheiden unsere innere Programmierung und unser Denken darüber, ob wir arm oder reich sind, es werden oder arm oder reich bleiben?
Umgekehrt ist genauso Überraschendes von manchen schwer oder tödlich Erkrankten zu hören. Diese schweren Jahre seien die besten gewesen. Endlich habe man das Leben wieder bewusst erleben und genießen können. Eigentlich wäre die Krankheit das größte Glück gewesen, das einem widerfahren sei, weil die Krankheit den Betreffenden zu einem glücklicheren Leben und zur Bewusstwerdung eines innerlich erfüllten Lebens erweckt habe.
Aha, da haben wir es! Wieder ein Hinweis, dass Glück und Fülle nur zu wirken scheinen, wenn sie von innen kommen. Von innen nach außen, das scheint zu gelingen. Aber in umgekehrter Richtung – von außen nach innen – gibt es Probleme, denn sonst müsste es in Deutschland ja wesentlich mehr glückliche Menschen geben als in Bangladesh.
Wir suchen also nach innerer und äußerer, also ganzheitlicher, Fülle aus der wirklicher Überfluss entstehen kann.
Mit einer Bekannten, die mit ihrem Kosmetiksalon mit 150.000,- DM in der Kreide stand, machte ich ein kleines Spiel: Sie solle die Augen schließen und sich vorstellen, dass sie in zwei Jahren nur noch 100.000,- DM Schulden hätte. Ob sie sich das vorstellen könne? „Ja“, sie nickte. „Kannst du dir vorstellen, dass du in zwei Jahren nur noch 50.000,- DM Schulden hast?“ Kein Problem. Sie nickte wieder entspannt, weiterhin mit geschlossenen Augen. „Dann stell dir jetzt vor, dass du in drei Jahren 50.000,- DM plus auf dem Konto hast.“ Schlagartig riss sie die Augen auf, Schweiß rann ihr von der rot gewordenen Stirn und sie fing an zu stottern. DAS konnte sie sich offenbar nicht vorstellen. Alles, bloß kein Plus, lautete ihre innere Programmierung.
Wenn es wieder ganz haarig wurde und die Bank ihr den Laden dicht machen wollte, bestellte sie sich den den Betrag, der „zuviel“ fehlte, sodass die Bank wieder zufrieden war, beim Universum (das ist eine spielerische und sehr einfache Technik irgendwo zwischen positivem Denken und Visualisieren angesiedelt). Das klappte immer und innerhalb weniger Tage. Sofort kamen mehr Kunden oder die, die kamen, kauften mehr teure Cremes und Accessoires ein. Aber sobald die Bank wieder zufrieden war und das Geschäft außerhalb der Gefahrenzone lag, unternahm sie wieder alles, um ja nicht „zuviel“ Geld zu verdienen. Sie gab es dann entweder unnütz aus, verschlief Termine und Öffnungszeiten oder Ähnliches.
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Irgendwann kam sie doch darauf, dass sie ja eigentlich die Befürchtung hegte, die Reichen seien alle „böse“ und charakterlos. Da sie ja „gut“ sein wollte, musste sie also arm bleiben. Da sie dies bei näherem Nachdenken selbst für Unsinn hielt, bestellte sie sich beim Universum neue Bekannte, die superreich und trotzdem sehr nette und liebevolle Menschen sein sollten.
Vier Wochen später lernte sie im Urlaub ein sehr reiches, sehr nettes, liebevolles Unternehmerpaar kennen. Als die beiden ihr nach dem Urlaub schrieben, wie sehr sie sich über die Bekanntschaft gefreut hatten und man sich ja vielleicht mal wieder sehen könne, war sie völlig aufgelöst: „Waaas, diese wichtigen Leute schreiben miiiiiir? Das kann doch nicht sein.“ Sie entwarf fünf Antwortbriefe, fand keinen gut genug und antwortete schließlich gar nicht. So etwas ist schon keine verpasste Gelegenheit mehr, sondern eine verjagte.
Wie kann ein solch hartnäckiges Mangelbewusstsein in ein Bewusstsein der Fülle verwandelt werden? Vielleicht, indem man sich etwas näher mit den Gesetzen der Fülle auseinandersetzt. Es gibt nämlich mindestens zwei verschiedene Wege, um zu materiellem Reichtum zu kommen. Einer ist der, das Geld „umzuverteilen“ und es durch geschickte Tricks im Geschäftsleben irgendwem abzuluchsen.
Ein anderer Weg ist es, „kreativ neuen Reichtum“ zu schaffen, sodass alle Beteiligten reicher sind als vorher. Man kann sich für diesen Weg außerdem Eingebungen und Ideen beim Universum bestellen. Denn die Methode, kreativ neuen Reichtum zu schaffen, wird gerne vom Leben unterstützt.
Glückt denn das? Kreativ neuen Reichtum zu schaffen? Es kann gelingen. Stelle dir einen Tausendmarkschein vor, den du einen Monat lang in der Schublade aufbewahrst. Und stelle dir vor, dass du ein Schlauchboot dafür kaufst. Der Verkäufer des Schlauchbootes gibt das Geld seiner Tochter, die verwendet das Geld für eine Sprachreise. Das Reisebüro renoviert seine Räumlichkeiten für die tausend Mark und der Maler kauft sich ein gebrauchtes Auto von diesem Verdienst. Ich habe in dem Beispiel jeweils die Steuern außer Acht gelassen, deshalb stimmt es nicht genau. Im Groben zeigt es trotzdem, dass es keine absolute Geldmenge gibt. Tausend Mark, die in der Schublade herumliegen, nutzen niemandem etwas. Wenn sie jedoch mehrmals den Besitzer wechseln, hat jeder der vorübergehenden Besitzer die Möglichkeit, seinen Reichtum damit zu vermehren (durch Waren, Dienstleistungen oder Ausbildungsmöglichkeiten etc.).
Kreativ neuen Reichtum zu schaffen bedeutet letztlich also nur, andere Menschen zum Handeln und Tauschen anzuregen. Es muss nicht einmal unbedingt Geld sein. Wer kreativ etwas anzubieten hat, das von anderen nachgefragt wird, kann sich auch in Tauschringen Fülle in vielen Bereichen erwerben.
„Geld ist genug da, man muss es sich nur nehmen“, sagte nicht etwa irgendein Multimillionär, sondern eine Frau aus der Mittelschicht eines kleinen Dorfes in Bangladesh, die ich im November 2000 während der Dreharbeiten zu meinem letzten Film besucht habe.
Vor zehn Jahren schliefen sie und ihr Mann noch unter Bambusblättern auf dem Fußboden, heute haben sie beide jeweils ein eigenes Geschäft und ein eigenes Haus. Sie haben erkannt, dass Geld nicht in einer begrenzten Menge zur Verfügung steht, sondern dass man kreativ neuen Reichtum schaffen kann, indem man Ideen umsetzt, die allen nutzen.
Manch einer bezweifelt noch Sinn und Unsinn von Tauschringen. Aber stell dir einmal ein Dorf mit tausend armen Einwohnern vor. Plötzlich landen Außerirdische dort, die die große Armut sehen und außerdem sehen, dass jeder der Armen eine Fähigkeit hat, die er zur Verfügung stellen könnte, aber es nicht tut. „Warum unternimmt denn hier keiner was?“, werden die Außerirdischen fragen. „Weil uns das Geld fehlt.“ ist die Antwort. „Und was ist Geld?“, fragen dann wieder die Außerirdischen. „Ein Tauschmittel“, antworten die Armen. Und die Außerirdischen reisen ab und berichten zu Hause, dass auf dem Planeten Erde kein intelligentes Leben vorhanden ist.
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Millionen Einwohner) seit 25 Jahren eine Komplementärwährung. Das brachte die Stadt auf den Stand der „Ersten Welt“. Der Bürgermeister, der diese Idee hatte und umsetzte, wird landesweit als politischer Held gefeiert.
Und: Das Schweizer System WIR besteht seit 1934, hat 80.000 Mitglieder und macht einen Jahresumsatz von umgerechnet 2,5 Milliarden Schweizer Franken. Die Schweiz beweist damit, dass Komplementärwährungen nicht nur etwas für arme Länder und Regionen sind.
Mangel und Überfluss jeglicher Art entstehen in unseren Köpfen: „Die Reichtümer, die wir erhalten, stehen in genauem Verhältnis zur Bestimmtheit unseres Wunschbildes, unserer Zielstrebigkeit, der Festigkeit unseres Glaubens und der Tiefe der empfundenen Dankbarkeit.“ Wallace Wattles
Die Reichen dieser Welt kommen aus allen Bevölkerungsgruppen: Kinder armer Eltern, reicher Eltern, mit hohem oder niedrigen Bildungsstand. Das jedoch, was ihnen gemeinsam ist, ist das innere Bild von Fülle.
Meine Bekannte mit dem Kosmetiksalon hatte irgendwann die Nase voll und sagte sich: „Wenn ich schon zu blöd bin, reich zu werden, will ich wenigstens Spaß bei dem haben, was ich hier tue.“ Sie hörte auf, sich an ihre Kunden, ihre Lieferanten und die öffentliche Meinung anzupassen (oder an das, was sie dafür hielt) und begann nur noch so zu arbeiten, dass es ihr wirklich Spaß machte. Nun nähert sie sich zum ersten mal in ihrer Karriere „gefährlich“ den schwarzen Zahlen! Und komisch, diesmal schwitzt sie gar nicht mehr, sondern sie grinst verschmitzt, wenn sie danach fragt wird: „Weißt du“, sagte sie zu mir, „seit ich nur noch so arbeite, dass es mir wirklich Spaß macht, spare ich mir die ganzen Frustkäufe und mehr Geld verdiene ich obendrein. Da kann man es eigentlich gar nicht mehr verhindern, dass die Fülle zunimmt.“
Übungen zum Verstärken des Bewusstseins von Fülle:
• Mache dir eine lange Liste, was die Welt und deine Freunde davon hätten, wenn du richtig in totaler materieller Fülle leben würdest. Zeige dir selbst und deinem Unbewussten, dass es das beste ist, was der Welt passieren kann.
• Sammle Beispiele von Menschen in Fülle, die du gerne magst (oder die einen guten Eindruck auf dich machen, auch wenn du sie nicht persönlich kennst) und deren Fülle der Welt und ihren Freunden nützt.
• Freunde dich mit dem „Geist des Geldes“ an, so wie die Schamamen mit dem Geist des Wasser, der Erde, des Feuers, des Windes etc. Frage ihn um Rat auf deinem persönlichen Weg zur Fülle.
• Geh in die Natur und erkenne an, wo überall sie Fülle liefert. Betrachte Fülle als etwas Natürliches. Die Brennnessel zum Beispiel ist die „Königin der Heilpflanzen“. Schau dir an, in welcher Fülle die Natur sie produziert. Die zweitstärkste Heilpflanze in Deutschland ist der Löwenzahl, auch hier geizt die Natur nicht.
• Erkenne jeden Morgen und jeden Abend alle Dinge an, die du hast (und wenn du nur mit „Dach überm Kopf“ und „Zwieback zum Essen“ anfängst. Nimm den Fokus von den Dingen weg, die deiner Meinung nach fehlen. Bedanke dich lieber für die Dinge, die schon da sind. Werden die Gründe dankbar zu sein nicht auf einmal auf magische Weise mehr? Die Energie folgt der Aufmerksamkeit, auch die Energie der Fülle (egal ob es nun materielle oder innere Fülle ist).
• Du kannst dir auch Symbole für Fülle (innere und äußere) selbst basteln und ausdenken und ihnen in deiner Wohnung einen Ehrenplatz geben, damit dein Unbewusstes immer in positiver Weise an das Prinzip der Fülle erinnert wird.
Lesetipps für materielle Fülle:
„Das Gesetz des Reichwerdens“ von Wallace D. Wattles, ISBN 3-922779-25-5
„Das Geld der Zukunft“ von Bernard Lietaer, ISBN 3-570-50008-X
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