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Autor: Lenduce/Janet McClure
erschienen: 21.11.2016
Herausgeber: Elraanis Verlag
 

Der Sonnenschein im Ganzen

Eine Fabel von Lenduce/Janet McClure

Eines Tages schien ein Strahl goldenen Sonnenlichts auf einen Felsen. Eine Weile lang tanzte er darauf herum, freute sich seines Daseins und war glücklich, so dahin scheinen zu können.

Plötzlich erschien in seinem Licht ein dunkler Schatten. Der kleine Sonnenstrahl wurde davon buchstäblich verdunkelt.

Dieser Schatten erzeugte eine machtvolle Schranke, die der kleine Sonnenstrahl nicht zu durchdringen vermochte.

Bestürzt sagte der kleine Sonnenstrahl: „Wieso wirfst du hier einen Schatten hin? Wieso darf ich nicht weiterhin auf diesen Felsen scheinen?“

Der Schatten antwortete nicht, sondern wurde dunkler und dunkler.

Der kleine Sonnenstrahl schaute sich um und sah eine dunkle Wolke herbeischweben, und er erkannte, dass der Schatten ganz einfach wegen der Wolke da war.

Der Sonnenstrahl sagte zur Wolke: „Verzeiht mir, Frau Wolke, doch sie werfen einen Schatten auf den Felsen, und ich kann nicht mehr darauf scheinen. Ich scheine gerne auf die Felsen auf der Erde. Könnten Sie bitte vorbei eilen, damit ich das bald wieder tun kann?“

Die Wolke, die ziemlich mächtig, groß und dunkel war, sagte: „Wieso sollte ich mich beeilen, kleiner Sonnenstrahl? Ich bin viel mächtiger als du. Siehst du, wie ich deinen Strahl zu verdunkeln vermag? Ich habe so viel Kraft und Macht, dass mich nichts stoppen kann! Ich mache, was ich will, und ich will mich nicht beeilen. Ich will hier bleiben, so lange ich will!“

Der kleine Sonnenstrahl blickte ein wenig traurig. Doch plötzlich bemerkte er, wie ein kräftiger Wind aufkam und die Wolke sich ziemlich rasch fortbewegte.

Nun konnte der kleine Sonnenstrahl wieder auf den Felsen scheinen. Er war sehr dankbar und sagte zum Wind: „Ich danke dir vielmals. Du hast die dunkle Wolke weggeschoben, und nun kann ich wieder auf die Felsen auf der Erde scheinen!“

Der Wind seufzte und antwortete: „Wenn wir uns von unserer eigenen Macht zu sehr gefangen nehmen lassen, werden wir immer irgendwann von ihr weggeblasen. Wenn wir die Bedürfnisse der anderen nicht sehen können, dann wird die Macht, die wir ausdrücken, uns nicht mit dem Ganzen verbinden, sondern durch das Zusammenwirken des Ganzen weggeblasen. Anders gesagt: Du hast mich gerufen aufgrund deines Wunsches, auf die Erde zu scheinen. Ich habe auf die Qualität des Scheinens reagiert, die du repräsentierst.

Die Wolke muss noch viel über Zusammenarbeit im Ganzen lernen. Wenn wir zusammenarbeiten und andere unterstützen, dann werden das Ganze und seine verschiedenen schöpferischen Elemente auf unsere Bemühungen reagieren. Erinnere dich daran, kleiner Sonnenstrahl: Deine Freude und dein Licht treten hervor, wenn die Wolken, die dich verdunkelt haben, weggereinigt wurden, und das Mittel, um sie wegzureinigen, ist das wechselseitige Zusammenwirken, die Zusammenarbeit des Ganzen, das deine Bemühungen unterstützt! Scheine nun weiter, kleiner Sonnenstrahl, scheine nun weiter!“

Der kleine Sonnenstrahl fuhr also fort, auf die Felsen zu scheinen, und er wusste, dass jeder Schat-ten, der seinen Strahl zu verdunkeln trachtete, durch das Ganze entfernt wird, weil es das Bemühen zu scheinen und zu strahlen unterstützt!



Der Autor
Der kosmische Lehrer Lenduce (gesprochen: Lendjus), arbeitete in den 80er und Anfang 90er Jahren mit dem verstorbenen Channel Janet McClure zusammen. Janet McClure war ein sehr klarer Kanal, der viele Jahre lang spirituelle Lehrer channelte und mit ihnen zusammen ein umfassendes Material hervorbrachte (siehe das Porträt in der Rubrik Menschen auf dem Lichtweg im LichtForum Nr. 3)


 
Quellen und Verweise:
Dieser Artikel ist auch im Lichtfokus Nummer 1 · Frühjahr 2003 erschienen.
 
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