Sie haben einen Beitrag zu    Spiritualität  ausgewählt:
 
Autor: Sibilla Pelke
erschienen: 16.01.2008
Herausgeber: Elraanis Verlag
 

Transkonfessionelle Spiritualität im 21. Jahrhundert

Bild

Einleitung

Sibilla Pelke im Gespräch mit dem katholischen Benediktinerpater und Zen-Meister Willigis Jäger


Pater Dr. Willigis Jäger, geboren am 7. März 1925 in Hösbach/Bayern, ist katholischer Theologe, Benediktinermönch der Abtei Münsterschwarzach. Nach sechs Jahren in einem japanischen Kloster wurde er zum Zen-Meister ernannt. Er ist einer der bedeutendsten spirituellen Lehrer unserer Zeit. In seinen weltweit gehaltenen Kursen und Vorträgen weist er Wege in eine tiefe spirituelle Erfahrung, die Quelle ist für eine Erneuerung auf allen menschlichen und gesellschaftlichen Ebenen.


Interview

Pater Willigis, Sie sind 1946 in den ältesten – 529 gegründeten – Orden des Abendlandes eingetreten. Damals waren Sie 21 Jahre alt. Warum haben Sie diese Lebensform gewählt?

Als Kind hatte ich eine tiefe spirituelle Erfahrung. Sie hat mich zum Priesterberuf gebracht und ins Kloster eintreten lassen. Mit zwölf Jahren traf ich einen Mönch der Abtei Münsterschwarzach, der mich ins Internat und in das Gymnasium des Klosters mitnahm und mir so für drei Jahre eine höhere Schulausbildung vermittelte. Später studierte ich in Aschaffenburg und Würzburg weiter.


Bitte schildern Sie für diejenigen Leser, die keine rechte Vorstellung von einem katholischen Orden haben, den Tagesablauf im Kloster.

Der Tagesablauf ist von den Gebetszeiten geordnet. Man trifft sich, über den Tag verteilt, immer wieder in der Kirche zum Chorgebet, im ganzen sieben Mal. Dazwischen liegen Zeiten der körperlichen und geistigen Arbeit. Jede Abtei ist ein autonomes Gemeinwesen, in dem alle zur Klostergemeinschaft Gehörenden ihren Beitrag zur Existenz und zum Gedeihen der Abtei beitragen, in der Landwirtschaft, in Küche, Keller und Garten, durch geistige und pastorale Arbeit, Vorträge, Seminare, Buchveröffentlichungen, Forschungsarbeit, Kunst und anderes.


Der Benediktinerorden mit seiner Leitidee „Ora et labora“ – „Bete und arbeite“ gilt bei Insidern als mehr bodenständig und liturgisch-rituell orientiert als der Mystik zugewendet. Oder ist das falsch gesehen? Es fällt jedenfalls auf, dass Sie sich der christlich-mystischen Tradition anschlossen, vor allem Meister Eckhart und Nikolaus von Kues. War das von Anfang an so, oder gibt es da einen besonders markanten Punkt in Ihrem Werdegang?

In der Regel Benedikts, den Lebensrichtlinien unseres Ordensgründers, spielt die Lectio Divina, wörtlich übersetzt „die göttliche Lektüre“, eine wichtige Rolle. Man hält beim Lesen dort an, wo das Herz angerührt ist, und öffnet sein Herz für ein umfassendes Begreifen des Textes, was in die mystische Einheitserfahrung führen kann. Es ist gleichsam ein Wiederkäuen des Textes, um den Geschmack hinter den Worten, auf einer tieferen Ebene zu erhalten. Gregor der Große beschreibt in der Vita des heiligen Benedikt ein mystisches Erlebnis, das Benedikt eines Morgens widerfuhr. Das mystische Element ist dem Orden nicht fremd. Ich persönlich las zusätzlich die mystischen Schriften, die in der Bibliothek des Noviziates standen. Johannes vom Kreuz und die „Wolke des Nichtwissens“ haben mich sehr angezogen, und ich habe nach den Anweisungen dieser Schriften das kontemplative Gebet praktiziert.



Bild

ZEN

Wie sahen Ihre ersten Kontakte mit dem Zen aus?

Das kontemplative Gebet war mein Gebetsweg. Bei aller Arbeit vernachlässigte ich nicht diese Gebetsform. Meine Reisen, die ich im Dienste von Missio und Misereor im Auftrag des Ordens zu tätigen hatte, führten mich auch nach Japan. Dort traf ich den Zenmeister Kyo-un-Roshi Yamada. Ich wohnte damals in München, wo er Sesshin (Kurse) veranstaltete, die ich besuchte. Dort wurde ich ins Zen eingeführt. Später gründete meine Gemeinschaft eine Niederlassung in Japan. Sie sollte in Kamakura stattfinden. Es war die Stadt in der Nähe von Tokyo, wo Kyo-un Roshi sein Zentrum hatte. Ich meldete mich für die Neugründung und kam so nach Kamakura, wo ich eine sechsjährige, intensive Schulung in Zen durchmachte, die auch noch in späteren Zeiten weiter ging. Dabei machte ich eine wichtige Erfahrung. Ich erkannte, dass unsere christliche mystische Tradition ein absolut paralleler und gleichwertiger Weg ist und dass die Grundstrukturen aller wirklich spirituellen Wege die gleichen sind. Sie führen auf den gleichen Gipfel, wenn die Wege auch verschieden hinaufführen.


Mögen Sie schildern, wie es dort in dem buddhistischen Kloster zuging?
Gibt es große Unterschiede zwischen der Lebensform als christlicher und als buddhistischer Mönch? Sind Sie als christlicher und europäischer Ordensmann fraglos akzeptiert worden?

Zen ist nicht an das Kloster gebunden. Es ist ein spiritueller Weg, den auch jeder Laie gehen kann. Der Ort, wo ich meine Zen-Schulung machte, war kein Kloster, sondern ein Zentrum, in dem wir regelmäßig zusammenkamen. Zazen (langes ruhiges Sitzen) spielte die Hauptrolle. Wer einen gewissen Status erreichen konnte, ging durch eine lange Koan-Schulung. Koans sind Begebenheiten aus dem Leben, an denen der Schüler den Stand seiner Erfahrung zu präsentieren hat.


Was ist Zen?

Zen ist ein spiritueller Weg, der in eine umfassende, transpersonale Erfahrung der Wirklichkeit führt. Es ist ein Lebensweg. Das Ziel sind nicht abgehobene Verzückungen, sondern die Erfahrung des Alltags als Ausdrucksform einer hintergründigen Wirklichkeit, die Zen “Leerheit“ nennt. Zen selbst ist keine Konfession, sondern ein spiritueller Weg, der in der buddhistischen Konfession überliefert wurde. Jeder kann seine Erfahrungen in seine eigene Weltsicht einordnen. Zazen, das lange, ruhige Sitzen in der Lotushaltung, nimmt einen großen Teil des Tages ein, und sein Geist dringt in alle anderen Beschäftigungen ein. Es gibt im Jahr besondere Zeiten, in denen sich tagelang ein Zazen an das andere reiht, von morgens bis abends, mit kleinen Geh- und Essenspausen dazwischen. Es finden dabei äußerst intensive Prozesse statt.


Mögen Sie etwas über Ihren Meister sagen?

Der Meister ist eine Art Bergführer. Er war auf dem Gipfel. Er kennt den Weg, seine Schwierigkeiten und Tücken. - Mein Zen-Training dauerte 25 Jahre, und es ist nicht zu Ende. Zen ist ein Lebensweg. Nach 25 Jahren wurde mir Inka Shomei gegeben, das ist eine Anerkennung und eine Bestätigung, dass man ein Nachfolger von Shakyamuni Buddha ist. Vor allem aber ist es eine Bestätigung, dass man wirklich begriffen und erfahren hat, was Zen ist. Da der Zen-Weg nicht fordert, dass man Buddhist wird, besteht auch kein Hindernis für einen Christen, den Zen-Weg zu gehen.


Was bedeutet Ihr Name Kyo-un Roshi?

Kyo-un bedeutet „Leere Wolke“. Leere ist ein wichtiger Hinweis im Zen und sagt aus, dass es eigentlich nur diese transrationale Wirklichkeit gibt, die mit Begriffen und Worten nicht ausgedrückt werden kann. Es ist das Nada (Nichts) eines Johannes vom Kreuz und das „Nackte Sein“ der Wolke des Nichtwissens. Es entzieht sich jeder Benennung und allem intellektuellen Begreifen. Roshi heißt wörtlich „der alte Meister“. Ein Roshi ist der Vorstand einer Zen-Gemeinschaft.


Gibt es auch im buddhistischen Kloster die Gelübde Armut, Gehorsam und Ehelosigkeit, gibt es eine lebenslange Bindung, eine Hierarchie, einen Abt an der Spitze?

So weit ich weiß, gibt es keine Gelübde, wie man sie im Westen kennt. Wenn man Buddhist wird, macht man Jukai, d. h. man anerkennt und befolgt die „Drei Kostbarkeiten“ Buddha, Dharma und Sangha und die zehn Gebote. Man verpflichtet sich, alle Lebewesen zu retten und alle Verhaftungen zu lösen.


Was ist Erleuchtung?

Kann man sie in einem langen, harten Zen-Training erlangen, oder widerfährt sie einem?

Im Zen spricht man von einem Erwachen zur wahren Wirklichkeit, die hinter unserer Ich-Struktur verborgen liegt. Manchen widerfährt dieses Erlebnis ohne jede Vorbereitung. Die meisten Menschen begeben sich auf einen Weg, der sie in diese Tiefe führen soll. Es ist ein Lebensweg, auf dem sich die Persönlichkeit verändert.


Wie hält man diese Erfahrung in einem aktiven Leben aufrecht?

Der Höhepunkt einer solchen Erfahrung kann verblassen. Aber es bleibt ein Hintergrund und eine Gewissheit, von wo aus das ganze Leben eine neue Deutung erfährt und es eine Antwort auf die wesentlichen Fragen des Menschen gibt: Woher komme ich? Wer bin ich? Warum bin ich da? Wohin gehe ich?


Sie kamen dann nach Münsterschwarzach zurück. Sicherlich waren Sie nicht mehr derselbe wie der, der vor sechs Jahren auszog, das „Sitzen“ zu lernen. Was waren jetzt Ihre Ziele? Hatte Ihr Orden Ziele mit Ihren in Japan erlangten „Qualifikationen“? Der mittelalterliche Dominikanerorden hat eine Leitidee, die in Variationen vielleicht für alle Orden gilt außer den streng abgeschlossenen Schweigeorden, nämlich: „Contemplata aliis tradere – das in der Kontemplation Geschaute anderen weitergeben“. Könnte man Ihre Rückkehr und Ihr Wirken so sehen? – Daneben gefragt: Würde ein japanischer Zen-Mönch im „...aliis tradere“ ein Leitmotiv sehen?


Wer wirklich zu einer transpersonalen Erfahrung durchbricht, kommt mit drei Prägungen zurück: Einer großen Demut (Selbsterkenntnis), einer großen Liebe und dem Auftrag, anderen Menschen zu helfen, eine solche Erfahrung zu machen. – Die Abtei stellte mir für 20 Jahre das Haus Benedikt in Würzburg zur Verfügung, wo ich das, was ich erfahren hatte, weitergeben konnte. In diesem Haus vermittelte ich auch den christlichen mystischen Weg, der sich in seiner Grundstruktur von anderen spirituellen Wegen nicht unterscheidet.


Es heißt, es bestünden für Sie keine wesentlichen Unterschiede zwischen christlicher Mystik und buddhistischem Zen-Weg. Die Glaubenskongregation unter Leitung des damaligen Kardinals Joseph Ratzinger warf Ihnen vor, Glaubenswahrheiten der persönlichen Erfahrung unterzuordnen. Im Januar 2002 untersagte Ihnen das Bischöfliche Ordinariat in Würzburg deshalb die Ausübung jeder öffentlichen Tätigkeit. Sie wurden daraufhin auf eigenen Wunsch von der Abtei Münsterschwarzach exklaustriert („beurlaubt“). Seit Herbst 2002 bauten Sie mit Hilfe des Vereins Spirituelle Wege e.V.- Zen und Kontemplation“ das Tagungszentrum Benediktushof bei Würzburg auf. Sie sind aber nach wie vor Mitglied Ihrer Klostergemeinschaft? Ist das Verfahren nicht doch eine Tragödie für Sie? Zumal Sie und die von Ihnen ausgebildeten Lehrer und Lehrerinnen ausdrücklich christliche Kontemplation in den Übungskursen vermitteln und nicht „Zen“. Ist das nur eine semantische Angelegenheit, oder handelt es sich um eine „Taufe“ des buddhistischen Zen – ähnlich wie es „Yoga für Christen“ gibt?

Ich leide nicht unter meiner momentanen Situation und mache niemandem Vorwürfe. Ich bedauere, dass mir pastorale Möglichkeiten entzogen wurden, obwohl ich Menschen in die Kirche und zum christlichen Glauben zurückführe. Die Exklaustration und die Suspension vom Priesteramt haben meine Arbeit in keiner Weise beeinträchtigt. Es geht mir um die Vermittlung einer Spiritualität, die transkonfessionell ist. Die Erfahrung, die der Einzelne auf diesem Weg macht, kann er in seine Weltsicht oder religiöse Überzeugung einordnen.


Benediktinermönch und Zen-Meister

Sie sind als Benediktinermönch und Zen-Meister sowohl von der christlichen Mystik als auch vom östlichen Zen inspiriert, gehen aber, wie Sie sagen, weit über die traditionellen Vorstellungen der Religionen hinaus. Wie weit? In welchem Verhältnis stehen überhaupt „Religion“ und „Spiritualität“ zueinander?

Alle Religionen haben drei Ebenen: eine fundamentalistische Ebene, die alle Schriften und das ganze Lehrgebäude mehr oder wenig wörtlich nimmt. Dann gibt es die intellektuelle Ebene der Theologie, Theodizee und Metaphysik, durch die das Rationale im Menschen angesprochen wird. Und es gibt die mystische Ebene, die Ebene der Erfahrung, auf die alle heiligen Bücher und alle Dogmen hinweisen. Ich versuche, diese dritte religiöse Ebene zu vermitteln.


Was ist Kontemplation? Etwas anderes als Meditation?

Im traditionellen Wortsinn ist Meditation ein Betrachten von heiligen Texten oder Bildern. Sie regt also den Verstand und die Sinne an. Kontemplation dagegen stellt Verstand und Sinne ruhig, damit eine Ebene der Erfahrung auftauchen kann, die durch die Ichaktivität ständig verdeckt wird.


Was ist Ihr Verständnis von Esoterik?

Esoterik kommt vom griechischen Wort esoteros und bedeutet von innen erfahren im Gegensatz zu exoteros, was von außen bedeutet. Esoteros deutet also auf eine religiöse Erfahrung von innen hin. Das Wort Esoterik wird heute jedoch für alle möglichen Bewegungen gebraucht und hat seinen eigentlichen Sinn vielfach verloren.


Pater Willigis, Sie sagen auf Ihrer Webseite: „Die kosmische Weltsicht des 21. Jahrhunderts erfordert eine zeitgemäße globale Spiritualität“, und Sie sagen weiter, dass Sie eine moderne und transkonfessionelle Spiritualität vertreten, die den spirituell Suchenden des 21. Jahrhunderts Antwort auf ihre drängenden Fragen gibt. Ihre Vision ist die einer integralen Spiritualität, die den großen Erfahrungsschatz der östlichen und westlichen Weisheit in sich vereint und – was besonders beachtenswert ist, zugleich neueste Erkenntnisse der Wissenschaften mit einbezieht. In der Aprilausgabe der Zeitschrift CHRIST IN DER GEGENWART erschien ein Beitrag von Ihnen über Erlösungstheologie und Evolutionstheologie – letztere contra erstere? Sie sehen die Quantenphysik auf dem Weg in die Metaphysik, wenn nicht gar in die Mystik. In der Sommer-Ausgabe des LICHTFOKUS finden Sie am Ende eines Aufsatzes über Quantenphysik und Mystik ein Zitat von Ken Wilber, der hinsichtlich der Nähe von Quantentheorie und Mystik reservierter ist und dafür plädiert, dass beide, Physik und Mystik, zu wichtig seien, als dass sie sich gegenseitig mit Identifikationen „überfrachteten“. Sie sollten jedoch in ständigem Austausch bleiben. Wie Sie sicher wissen, ist der Heisenberg-Schüler Fritjof Capra von einem Teil seiner Kollegen nicht mehr ernst genommen oder sogar angefeindet worden, weil er die Quantenphysik bereits in den 80er Jahren in die Nähe der Mystik brachte. Sie gehen da inzwischen noch viel weiter?

Ich habe nie von einer Identifikation von Quantenphysik und Mystik gesprochen und erwarte von der Physik auch keinen Gottesbeweis. Die Physik verweist jedoch auf einen rational nicht mehr begreifbaren Hintergrund. Diesen transmentalen Hintergrund kann ich mit Leerheit benennen oder mit dem Nichts eines Johannes von Kreuz. Die Neurologie hat erkannt, dass es in unserem Gehirn offenbar Dispositionen gibt, die weitreichende Erkenntnisse vermitteln, die über das Rationale hinausgehen.


Sie schreiben in Ihrem Buch „Die Welle ist das Meer“, dass die katholische Dogmatik vor allem hinsichtlich ihres Gottesbildes und der Schöpfungs- und Erlösungstheologie revisionsbedürftig ist. Ihr Kerngedanke der ontologischen Gleichheit von Gott und Welt ist revolutionär und rüttelt an den Existenzgrundlagen der Kirchen. Obgleich die Vorstellung, dass es nichts eigentlich „Geschaffenes“ gibt, sondern alles Emanationen aus dem All-Einen sind, nicht einmal neu ist; die frühen Kirchenväter sprechen bereits so. Sehen Sie für diejenigen, die gerne in ihrer Kirche beheimatet blieben, wenn sie nicht ständig von Gedanken und Texten über Sünde, Erlösungsbedürftigkeit, Leidens- und Opfermystik einerseits und Triumphalismus andererseits aus der meditativen Mitte gerissen würden – einen Silberstreif am Horizont, sprich: Rückkehr der Kirche zu den mystischen Ursprüngen des Christentums?

Sie kennen den Ausspruch von Karl Rahner: "Der Fromme von morgen wird ein Mystiker sein, einer, der etwas 'erfahren' hat, oder er wird nicht mehr sein".

Ja.

Er fügte im Kreise seiner Mitbrüder noch etwas sehr Ernüchterndes hinzu. Er pflegte zu betonen, dass die Christenheit, sofern sie nicht mystisch geprägt ist, keine Überlebenschancen hat und ausstirbt. – Natürlich wird mir Pantheismus und Monismus vorgeworfen, aber eine wirkliche mystische Erfahrung hat mit diesen Worten, die aus dem rationalen Sprachschatz kommen, nichts zu tun. Wir tragen in uns ein Urwissen, das durch unsere Ichstruktur ständig verdeckt wird. Wer dahin durchbricht, kommt auf die eigentliche religiöse Ebene.


Sie sind weltweit tätig in Kursen und Vorträgen. Sie sind Mitbegründer des Sonnenhofs, Meditationshaus und Übungsstätte für Zen und Kontemplation im Südschwarzwald. Sie gründeten die Würzburger Schule der Kontemplation, ein Zusammenschluss von 80 Lehrerinnen und Lehrern, welche die spirituellen Praktiken der christlichen Mystiker und Mystikerinnen in der Form von kontemplativer Übung wiederbeleben. Der Benediktushof in Holzkirchen bei Würzburg steht Ihnen als Meditations- und Bildungszentrum zur Verfügung. Weit über 300 örtliche Meditations-Gruppen sind in Deutschland und im angrenzenden Ausland im Laufe der Zeit entstanden. Die angeschlossenen Zenlehrer und Zenlehrerinnen gehören der Sanbo Kyodan an, einer in Japan offiziell anerkannten Zenschule mit Sitz in Kamakura, wo Sie Ihr sechsjähriges Zen-Training absolviert haben. Möchten Sie über diese Arbeit berichten und in welchem Umfang Sie darin engagiert sind?

Es gibt verschiedene Zenschulen. Sie lehren alle das eine Zen. Sie sind aber auch von der Kultur des jeweiligen Landes geprägt und haben daher im Sekundärbereich auch verschiedene Ausprägungen. Es geht der Sambo-Kyodan Zenschule um zwei Punkte. Sie ist eine Schule, die außerhalb des Klosters existiert und die Laien zum Zen einlädt, und sie verlangt nicht, dass man Buddhist werden muss, um den Zenweg zu gehen. Darüber hinaus ist sie dabei, sich im Westen zu inkulturieren.


Pater Willigis, wir werden Ihnen jetzt nicht die typische Journalistenfrage stellen, wie Sie das alles geschafft haben und noch schaffen. Wir kennen die Antwort: Im „Sitzen“.


Werke von Willigis Jäger (Auswahl)

Westöstliche Weisheit, Visionen einer integralen Spiritualität. Theseus 2007
Das Leben endet nie: Über das Ankommen im Jetzt. Theseus 2005
Aufbruch in ein neues Land. Erfahrungen eines spirituellen Lebens. Herder
Denn auch hier sind Götter. Wellness, Fitness und Spiritualität. Herder
Wohin unsere Sehnsucht führt: Mystik im 21. Jahrhundert – Ansprachen, Predigten, Inspirationen. Via Nova 2003.
Die Welle ist das Meer: Mystische Spiritualität. Herder 2000.
Suche nach dem Sinn des Lebens: Bewusstseinswandel auf dem Weg nach innen. Vorträge – Ansprachen – Erfahrungsberichte. Via Nova 1991.



Kontakt:

Porträt Willigis Jäger

Willigis Jäger vertritt eine moderne und transkonfessionelle Spiritualität, die den spirituell Suchenden des 21. Jahrhunderts Antwort auf ihre drängenden Fragen gibt.

Als Benediktiner und Zen-Meister ist er sowohl von der christlichen Mystik als auch dem östlichen Zen inspiriert und geht zugleich weit über die traditionellen Vorstellungen der Religionen hinaus. Seine Vision einer integralen Spiritualität vereint den großen Erfahrungsschatz der östlichen und westlichen Weisheit in sich und bezieht zugleich neueste Erkenntnisse der Wissenschaften mit ein.

Seit 2003 ist er spiritueller Leiter des Benediktushofes in Holzkirchen, einem Zentrum für spirituelle Wege, und er ist Mitbegründer des Sonnenhofes im Schwarzwald. Seine Vision einer globalen Spiritualität wird von einer ständig wachsenden Weggemeinschaft in der ganzen Welt gelebt. Von ihm ernannte Zen-LehrerInnen der Sanbo-Kyodan-Schule und KontemplationslehrerInnen der von ihm gegründeten Schule der Kontemplation wirken international an diesem spirituellen Weg mit.

Willigis Jäger ist einer der großen Mystiker und spirituellen Lehrer unserer Zeit. In seinen weltweit gehaltenen Kursen und Vorträgen weist er Wege in eine tiefe spirituelle Erfahrung, die Quelle ist für eine echte Erneuerung auf allen menschlichen und gesellschaftlichen Ebenen.
Benediktushof
Büro Willigis Jäger
Klosterstraße 10
97292 Holzkirchen
Tel. 09369-983822
Mail: buero@willigis-jaeger.de

Information:
www.willigis-jaeger.de


 
Quellen und Verweise:
http://www.willigis-jaeger.de
 
Seitenanfang Übersicht     E-Mail versenden Druckansicht
 
 
Copyright © 2002 Elraanis Verlag, Alle Rechte vorbehalten