Sie haben einen Beitrag zu    Spiritualität  ausgewählt:
 
Autor: Roswitha Wagner
erschienen: 23.03.2009
Herausgeber: Elraanis Verlag
 

Wie ich Gott wieder vertrauen lernte …

Gefühl von Heimweh

Schon als Kind kam es mir vor, als wäre ich hier in der falschen Welt gelandet. Ich fand eine Welt, die mit meinem Wesen nicht kompatibel zu sein schien. Ich hatte ständig ein unerklärliches Gefühl von Heimweh; Heimweh nach einer Liebe und einer ewigen Existenz, die ich hier nicht fand. Hier war alles vergänglich. Auch die Art, wie die meisten Menschen hier leben und wie sie miteinander umgehen, schmerzte mich. Die Worte „Tod und Sterben“ lösten eine unerklärbare Übelkeit und Angst in mir aus.

Doch da ich in der ehemaligen DDR aufgewachsen bin, traute ich mich nicht, mit jemandem über solche Dinge zu reden. Nach und nach hielt ich mich für einen weltfremden Spinner. So nahm mein Leben den normalen Verlauf eines Erdenbürgers, dem nur dieses eine Leben zur Verfügung steht und für den Gott nicht existiert.
Weil ich keine Ahnung hatte, was ich hier sollte, ahmte ich die Lebensmodelle anderer Menschen nach. Ich begann, menschliches Verhalten zu kopieren, um nicht aufzufallen, und eiferte so genannten Vorbildern nach. Mir fehlte gleichsam das Codewort für diese Welt. Jedoch übernahm ich die Verantwortung für mein Handeln, so gut es ging. Ich absolvierte eine Lehre, studierte, heiratete, wurde Mutter und schließlich Geschäftsfrau mit einer eigenen Firma.


Weckrufe

Doch nichts davon machte mich dauerhaft glücklich. Die Einsamkeit und innere Leere – ich möchte es fast Depressivität nennen – wuchsen von Jahr zu Jahr. 1991 dann der erste Weckruf: Krebs im Endstadium, wenig Überlebensaussicht; die Ärzte konnten nicht mehr helfen. Doch ich erlebte das Wunder der geistigen Heilung innerhalb von drei Wochen durch einen japanischen Heiler.
Von da an ging es auf die Suche. Ich wollte wissen, wie so etwas möglich ist, las Bücher, besuchte Seminare, beschäftigte mich mit allerlei spirituellen Richtungen, lernte verschiedene Methoden, wie die Lichtsprache der Mayas, Merkaba-Atmung, Chakra-Balancing. Außerdem nahm ich an Schwitzhüttenzeremonien teil, machte eine Tantra-Ausbildung und arbeitete mit Kristallen, besuchte später Satsangs und begegnete einigen so genannten Erleuchteten.
Nichts davon half mir dauerhaft. Mein Heimweh blieb. Kurzfristige Glücksgefühle verschwanden schnell wieder. Meine Sehnsucht nach anhaltendem Frieden, nach Erlösung aus dem Alptraum, den viele ein schönes Leben nennen, blieb bestehen.

Dann begegnete ich einem wirklich erwachten Wesen. Dort erhielt ich erstmals den Hinweis, dass in der Vorstellung eines separaten Ichs und eines vergänglichen Körpers die Ursache für menschliches Leiden liegen würde. Nur über das Löschen all dieser Selbstbilder und gedanklichen Projektionen würden wir Erlösung und anhaltendes Glücklichsein finden.
Aber wie sollte das gehen? Ich bekam Angst vor der Auflösung meines Ichs. Wie sollte ich dann noch in dieser Welt funktionieren?

2005 der nächste Weckruf: Monatelanges Burnout mit lähmungsartigen Bewegungsstörungen führte mich in die wirtschaftliche Pleite. Ich verlor alles: Titel, Anerkennung, Geld und sogar mein eigenes Bankkonto. Ich wurde zu einer „persona non grata“.
Nun war ich bereit, mich erstmals wieder dem, was manche Gott nennen, zuzuwenden. Schließlich hatte ich mich all die Jahre sehr weit von ihm entfernt. Ich wollte vor Scham, mein Leben derart vergeigt zu haben, sterben. Nun verstand ich auch die Worte meines Meisters: „Du musst sterben, bevor du tot bist.“ Er meinte den Tod des Egos. Denn gerade mein neunmalkluges Ego hatte mich all die Jahre von einem aufrichtigen Gebet zurückgehalten und an der echten Hingabe an die göttliche Führung gehindert. Mit Führung meine ich jene leise innere Stimme, die weiß, was für mich gut ist und was mich wirklich erlöst.


Einfügungsprozess in die göttliche Ordnung

Ein intensiver Einfügungsprozess in die göttliche Ordnung und Liebe begann. Ein Weg, den ich leider erst zu gehen bereit war, als ich selbst keinen Ausweg mehr wusste, als mein Verstand wirklich keine eigene Lösungsvariante mehr auf Lager hatte, als mein innerer und äußerer Schmerz ein unerträgliches Ausmaß angenommen hatten, als es mir sogar für einen Moment lang egal war, ob ich würdig genug bin. Doch nun war ich bereit, die ganze Wahrheit und den wirklichen Grund meines Daseins zu erfahren.

In diesem Moment wurde mir das Buch „Die Illusion des Universums“ von Gary Renard empfohlen. Es ist eines der wenigen Bücher, das ich in Händen hielt, bei dem alles in mir: „Ja, ja, ja, genau so ist es!“ rief. Da stand genau das drin, was ich von Kind an wusste und wie ich diese Welt bisher erfahren hatte.
Schon während des Lesens fiel so unendlich viel Last von mir ab. Eine der befreienden Schlüssel-aussagen war, dass Gott weder diese Welt noch das ganze Chaos hier erschaffen hat, sondern dass dieses ganze Durcheinander einzig das Machwerk unseres von Gott getrennten Geistes (Ego) ist. Sind wir bereit, uns ganz dem göttlichen Geist in uns zuzuwenden, werden wir wieder in die höchste Weisheit und bedingungslose Liebe eingefügt. Wir verlassen den Kreislauf von Geburt und Tod und kehren heim in die Ewigkeit.

Der Inhalt dieses Buches bereitete mich perfekt auf das Studium von „Ein Kurs in Wundern“ vor. Es wirkte wie eine Art Turbolader auf meinem Weg zurück zu Gott.
Mir wurde endlich eine „Methode“ offenbart, die in wirkliche Erlösung und tiefe Glückseligkeit führt; eine Methode, die für jeden funktioniert und alltagstauglich ist; ein Hilfsmittel, welches jeden ohne Umwege in die direkte Gottesverbindung und am Ende nach Hause bringt. Es ist wahre Vergebung, die mit herkömmlicher Vergebung nichts zu tun hat. Denn es geht um das Durchschauen und die Auflösung unseres von Gott getrennten Egogeistes.
Wahre Vergebung versetzt mich in die Lage, die Verantwortung für alles, was mir im Leben begegnet, übernehmen und wandeln zu können. Das geschieht, indem ich mir zunehmend der Spiele des Egos und des Traumcharakters dieser Welt bewusst werde. Es geht darum, die Schuld nicht länger im Außen zu sehen, sondern anzuerkennen, dass es Schuld überhaupt nicht gibt – weder in mir noch in meinem Gegenüber, weil nichts von all dem wirklich stattfindet, was uns voneinander zu trennen scheint. Das ist wahre Befreiung. Und nur das bringt echten Frieden.
Ein radikaler Geisteswandel und die komplette Korrektur unseres fehlgeleiteten Denkens sind dazu notwendig. Was ich bisher als Ursache meines Leidens im Außen gesehen habe, wird mir zunehmend als Machwerk meines eigenen Denkens bewusst. Ich erkenne mich mehr und mehr als Verursacher all meiner Lebensumstände und bin nicht länger hilfloses Opfer. Ich habe jederzeit die Wahl zwischen Angst und Frieden.

Das Ego liebt Dramen und allerlei unlösbare Situationen. Was mir im Außen begegnet (und zwar alles!!) ist jedoch nur ein Spiegel meiner eigenen unbewussten Schuld und Selbstablehnung. Gemeint ist jenes Schuldgefühl, von daheim fortgegangen zu sein und es alleine nicht geschafft zu haben. Ich wollte mein Konzert alleine und ohne Dirigenten spielen. Es wurde im Alleingang jedoch kein harmonisches Werk, und die Liebe blieb auch auf der Strecke.
Inzwischen bin ich dankbar für Situationen und Menschen, die mir begegnen und die mir auf besondere Weise die Knöpfe drücken. Sie zeigen mir einfach alle meine noch ungeheilten Anteile, die mich von meinem natürlichen Zustand der Gottesverbundenheit und innerem Frieden ablenken. Das bringt mich in noch mehr Wachheit. Ich nehme es als Gelegenheit, auf fortgeschrittene Art zu vergeben.
Mein Ego tobt zwar immer mal wieder und versucht dann mit allen Mitteln, mir die Ernsthaftigkeit der Lage vorzuführen. Doch mit kontinuierlicher Anwendung von fortgeschrittener Vergebung, die die Geschehnisse einfach nicht länger wahr macht, geschehen ganz wunderbare Auflösungen von Schwierigkeiten in meinem Leben und somit auch im Leben vieler Menschen in meinem Umfeld.
Wenn wir dem göttlichen Geist die Führung überlassen, regeln sich die Dinge zum Wohle aller und zum Besten des Ganzen. Und das geht immer schneller. Das Erwachen aus dem Egotraum geschieht für mich und alle Mitbeteiligten. Es ist wie das Einfügen in die höchste Weisheit der Liebe. Es wird möglich, einen chaotischen Traum in einen schönen Traum zu wandeln. So werden wir bereit, ganz aus dieser Illusion zu erwachen und zu realisieren, dass wir die Welt Gottes niemals verlassen haben.



Innere Friedensarbeit

Da wir wirklich im Göttlichen EINES GEISTES sind, bewirkt die eigene innere Friedensarbeit viel mehr, als wir zu glauben in der Lage sind. Es geschehen wahre Wunder, Wunder der Heilung, Wunder der Versöhnung. Wir erfahren bereits in dieser illusorischen Welt zunehmendes Mitgefühl, bedingungslose Liebe und Verbundenheit mit allem. Wenn wir bereit sind, von unserem Egowillen in den göttlichen Willen zurückzukehren, werden wir ewigen Frieden und anhaltendes Glück erfahren.


Angesprochene Bücher:

Gary Renard: Die Illusion des Universums, Goldmann

Ein Kurs in Wundern, Greuthof



Die Autorin

Roswitha Wagner

Im Kammereck 11 D-63324 Egelsbach b. Frankfurt

Telefon 06103 / 99 52 59

r.wagner@truevoices.de www.truevoices.de




 
Quellen und Verweise:
weitere Infos zu Gary Renard und seinen Seminaren:
 
Seitenanfang Übersicht     E-Mail versenden Druckansicht
 
 
Copyright © 2002 Elraanis Verlag, Alle Rechte vorbehalten